Wavetours Blog

Wavetours-Teamriderin: Lilly von Treuenfels

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Die aktuelle Deutsche Meisterin der Juniorinnen Lilly von Treuenfels ist momentan mit der deutschen Nationalmannschaft unterwegs. Auch der nächste Contest steht schon wieder ins Haus: Die Eurojuniorsurf in Marokko. Grund für uns, die Wavetours Teamriderin mal genauer vorzustellen.

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Lilly während ihrer Zeit als Surfassistentin in St. Girons (Bild: Patrick Steiner)

Lilly du bist viel unterwegs das Jahr über. Wo bist du überhaupt zuhause?

L: Im Moment wohne ich in Deutschland und Lanzarote. Den Winter über bin ich auf Lanzarote und mache mein Abitur an einer Britischen Schule. Glücklicherweise komme ich neben meinem Abitur aber auch oft zum surfen.

Bist du auf Lanzarote aufgewachsen?

L: Mein Vater hat Praktika ins Ausland vermittelt und ein Sitz der Firma war in Südafrika als ich 1999 in Kapstadt zur Welt kam. Wir sind dann allerdings 2000 nach Hamburg gezogen wo mein Vater das Hauptbüro hatte. Aufgewachsen und zur Schule gegangen bin ich dann in Eppendorf.

Da bist du ja schon eine Menge rumgekommen. Erzähl doch ein wenig über deine Stationen und was du da gemacht hast? 

L: Haha ja, glücklicherweise habe ich schon viel von der Welt gesehen. Angefangen hat es mit dem Sabbatjahr meiner Mutter. 2009 bin ich mit meiner ganzen Familie nach Barbados gezogen. Dort hat mich mein Vater das erste Mal in eine Welle geschoben. Nach dem wahrscheinlich besten Jahr meines Lebens (bis jetzt), mussten wir „leider“ zurück nach Deutschland. Allerdings habe ich das Surfen so sehr vermisst, das ich nicht lange dort bleiben konnte. Mit 12 habe ich mich dazu entschieden für 3 Monate nach Frankreich zu gehen. In der Nähe von Capreton bin ich auf eine französische Schule gegangen und war dort super viel surfen. Danach habe ich es sogar fast 2 Jahre in Hamburg ausgehalten bis es mich wieder in die Ferne verschlagen hat. Für 6 Monate ging es dann in eine Schule nach Costa Rica, dort war es auch einfach nur super cool. Als ich 15 Jahre alt war ist meine Familie nach Curacao gezogen. In der Karibik gibt es allerdings nicht so gute Wellen, weshalb ich mich um eine Gastfamilie auf Lanzarote bemüht habe. Hier lebe ich nun schon seit 2 Jahren und werde nächsten Sommer mein Abitur machen.

Lilly Treuenfels

Lilly surft ihre ersten Wellen mit 10 Jahren auf Barbados

Du surfst seit 2009 schon für das Deutsche Junioren Nationalteam. Wie ist das für dich?

L: Das stimmt. Ich hatte das Glück, sehr früh ins Deutsche Junioren Surf Team aufgenommen zu werden. Mit dem Team bin ich zu Wettkämpfen z.B. in Nicaragua, Peru, Equador und Panama gefahren. Ich liebe es zu Reisen, denn außer den vielen Filmen die man non-stop im Flugzeug gucken kann, ohne dass man ein schlechtes Gewissen hat, zu faul zu sein, gibt es einem die Chance so viele andere Kulturen, Menschen, Sprachen und natürlich Surfspots kennen zu lernen.

Wurdest du gefördert?

L: An dieser Stellen ein riesengroßes Danke an meine Eltern und den Rest der Familie. Ohne diese Menschen hätte ich es nie geschafft, ich bin ihnen unglaublich dankbar, dass sie mich immer mit meinem Sport unterstützt haben. Jetzt habe ich neben meine Eltern auch noch weitere Förderer : Wavetours, Nexosurfboards, Janga Wetsuits, Rapa Nui Surf School Fuerte Ventura, SeventyOne Percent Germany, Derbe-Hamburg, Iriedaily und Solutions Talents and Professionals.

Wie sieht dein Training aus?

L: Das Training ist hart aber notwendig um Verletzungen vorzubeugen. Beim professionellen Surfen wirken enorm hohe Kräfte auf den Körper und besonders im Knie und Rumpfbereich muss man Kraftraining machen. Zwei Mal die Woche mache ich daher 45 Minuten Functional training. Für eine gute Grundausdauer mache ich dann noch zwei bis drei Mal die Woche 60 Minuten Cardio Workout (Schwimmen, Laufen, Rad fahren). Natürlich surfe ich dann immer wenn ich Zeit habe und Wellen da sind. Einmal im Monat bespreche ich mich mit einem Surfcoach bei der Videoanalyse.

Bleibt neben dem Surfen noch Zeit für andere Hobbies?

L: Zum Glück komme ich während meiner Surftrips zum Reisen. Außerdem mag ich Golfen, Reiten, Snowboarden und eigentlich auch alles andere was irgendwie mit Outdoor Activities zu tun hat.

Wie lief dein Jahr 2016? 

L: 2016 war bis jetzt ein ganz gutes Jahr für mich, ich habe leider nicht so viele Wettbewerbe mitgemacht, wie ich es gerne gemacht hätte. Trotzdem habe ich die Deutschen Meisterschaften bei den Juniorinnen gewonnen und ich war bei den ISA VISSLA World Junior Surfing Championships auf den Azoren. Privat geht es mir immer gut solange ich surfen gehen kann :-)

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Das Deutsche Junioren Surfteam mit Lilly (Fünfte v.r.)

Was nimmst du dir für die Eurojuniorsurf Marokko vor?

L: Ich möchte mein bestes Surfen zeigen. Es wäre echt cool, wenn ich ein paar Heats schaffe. Ich habe seit den Weltmeisterschaften auf den Azoren super viel und intensiv trainiert, sowohl technisch als auch physiologisch und psychologisch, und hoffe dass sich das auf der EM auszahlt. Aber die Konkurrenz ist stark und verbessert sich ebenfalls ununterbrochen, ich werde so gut surfen wie ich kann und dann werden wir sehen wie weit ich komme.

Was ist dein Plan/Ziel für 2017? 

L: Erstmal mache ich mein Abitur im Sommer, bis dahin trainiere ich ganz viel und dann plane, ich auf so vielen Pro Juniors mitzumachen wie möglich.