Wavetours Blog

Geschichten aus Seignosse

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Auch am zweiten Contesttag gibt’s schon wieder Topbedingungen für alle: im Wasser für die Surfer und am Strand für die Sonnenhungrigen.
Auch wenn Paul Günther am Sonntag nach seiner spektakulären Rettungsaktion als Held des Tages aus dem Wasser geht – seine Karmapunkte scheint er in der Nacht zum Montag rätselhafterweise verspielt zu haben. Der letzte Heat aus Runde drei läuft trotz Onshore und Kabbelwasser noch gut für ihn. Er schafft den Sprung ins Viertelfinale leicht. Doch danach hat Paul Unglück, unverdienterweise, muss man sagen. Es geht los, als er dem Orgateam am Strand beim Starten des Ersatzgenerators helfen will.

 

Paul Günther
Generator? Jap. Für die Durchführung des Contest am Strand braucht man heutzutage auf jeden Fall Elektrizität. Bei den ersten adh-Open haben noch Zettel und Stift gereicht, um den Sitznachbarn von der Hörsaalbank zu bewerten – im Jahr 2014 sind die beiden Judgeboxen am Nord- und Südstrand vollwertige Büros mit computergestützten Judgingsysteme, Telefon und Drucker. Nur Sand anstatt Teppich. Die Crux dabei: Der dafür notwendige Strom kommt aus dem Generator. Ohne Generator aber kein Strom, ohne Strom kein Judging System, ohne Judging System? Contest on hold. Die Technikcrew ist zwar eins a vorbereitet und hat Ersatz in petto, als der Strom ausfällt, aber der zweite Generator lässt sich nicht starten. Paul, der gerade aus dem ersten Heat des Tages kommt, ist bärenstark und bietet seine Hilfe an. Hmmm, ein bisschen zu stark vielleicht, denn als er probiert, den Zweitakter zum Laufen zu bringen hat er auf einmal die Startleine in der Hand, während der Generator kurz tapfer kämpft, aber dann doch röchelnd aufgibt.
Der Contest muss pausiert werden, bis eine Lösung gefunden ist. Dass dauert bei den adh-Open nie lange. JJ, der Eventkoordinator ist nicht nur ein Improvisationstalent, er kennt sich auch in der Gegend um Seignosse super aus und weiß, wo er Ersatz her bekommt. Ein paar Anrufe und eine neue Startleine wird von einem der vielen Helfer direkt an den Strand gebracht – es kann weiter gehen! In den nächsten Heats hat Paul wieder Pech und schafft es in der Klasse Open Men nicht ins Finale.
Das schmerzt, aber bei Lichte betrachtet halb so wild. Bei Lichte im wahrsten Sinne des Wortes – denn die Sonne gibt sich alle Mühe ihr Frühsommerimage loszuwerden! Es ist heiß, der Himmel azurblau, das Meer leuchtet. Für die Heats bis zum Halbfinale in den Klassen Open Men und Women also allerbestes Zusehwetter, bei dem zwischen den Heats nicht nur die ein oder andere Welle von Contestsurfern und Zuschauern mitgenommen werden kann. Wer dabei sein eigenes Quiver aufstocken will, aber noch nicht so genau weiß, welches Bretterl es denn werden soll, der kann sich bei Nico am Testcenter von Light Boards beraten lassen und verschiedene Shapes im Wasser testen. Wer genug Salzwasser intus hat, der landet früher oder später auf dem Beachvolleyballfeld, beim Skimboardfahren oder auf der Slackline. Wer genug vom Sand in allen Ritzen hat, der springt in den blitzeblauen Pool der Eventanlage Belambra und geht danach erfrischt und vor allem frisch gewaschen zum Yoga mit Lisa Hauter.

 

Lisa Hauter
Lisa hat gerade noch ein paar sehr schöne Heats im Contest gesurft und sich bis in die Endrunde vorgekämpft. Die Finalistin ist auch Yogalehrerin und zeigt bei ihren Workshops am Montag und Mittwoch, wie man Yoga als effektives Workout ins ergänzende Surftraining einbauen kann. Yoga kann auch für die mentale Vorbereitung auf einen Contest wie zum Beispiel die adh-Open super sein – Entspannung im Kopf ist alles. Wegen des Hitzegewitters am Abend verlegt Lisa das Yoga in die große Halle – sooo warm hier, gut für Muskeln und Stoffwechsel!
Für einen kurzen Moment kehrt Ruhe in die Anlage ein. Auf der Flucht vor den dicken Regentropfen, die satt in den Staub platschen, verziehen sich alle in die Bungalows. Im dämmrigen Halbdunkel des dichten Regenschleiers sitzen wir auf der Terrasse und atmen den Geruch von warmer, nasser Erde.

 

 

Sunset Sons

Es ist noch ein bisschen Zeit bis zum Konzert der englisch-australischen Band Sunset Sons. Die vier unfassbar sympathischen Jungs haben es nicht weit. Alle wohnen in Seignosse. Ihre erste EP „Le Surfing“, benannt nach Woodie Boumas berühmter Strandbar am Spot „Les Estagnots“, hat ihnen einen Major Deal mit Universal beschert. Die Songs fürs zweite Album, dessen Titel noch geheim ist, sind schon geschrieben und das Studio gebucht – also wohl nur eine Frage der Zeit, bis Rory und Pete, Jed und Rob auf Deutschlandtour geschickt werden. Und wirklich! Von den Typen wird man definitiv noch was hören! Das Konzert ist der absolute Hammer, das Set tight. Sunset Sons? Eine Band wie Zungenküsse und Motorräder.

 

 

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Bei der Party nach dem Konzert mischen sich die 1000 Eventbesucher und Contestteilnehmer mit den anderen zugereisten extern untergebrachten Studenten und Surfern. Die Stimmung ist Wahnsinn! Der Hit sind wie immer Martin Beelerts Partyburger. Martin, der im Sommer im Camp in Moliets als Koch arbeitet, weiß, wie man aus pretty französischen Zutaten einen Burger zaubert, für den die Bezeichnung Mitternachtssnack eine unverschämte Untertreibung ist: Baguette, Steak Haché, eine Scheibe Cheddar, bissken Salat und – ach Mist, die Soße ist geheim. Aber scharf! Und gut! Martin bringt in diesem Jahr übrigens auch eine Crepeplatte und eine professionelle Kaffemaschine mit nach Moliets. In Bayonne hat er eine Kaffeerösterei ausfindig gemacht – ob es wohl bald eine Wavetours-Spezial-Röstung gibt?
Wenn es hier so weitergeht, dann ist am Ende der Woche klar, noch ein Trip nach Frankreich muss her! Diesen Sommer! Schnell! Bald! Zumindest auf ein Tässchen Kaffee bei Martin in Moliets.