Wavetours Blog

Es geht um die Wurst!

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Tagesbericht Dienstag Tag 4 Finals
Oh Ausschlafen, wie guuuut! So herrlich!
Moment, hier stimmt doch was nicht – Surfer, die ausschlafen? Keine Dawn Patrol? Da muss doch was gewesen sein! Jaha, genau. Eine klitzeklitzekleine Party! Beim Konzert der Band Sunset Sons erreicht die Stimmung den ersten Siedepunkt – um bei der anschließenden Party einfach überzukochen. Denn: Oh yeah, es gibt etwas zu feiern!!

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Weil die Wellenbedingungen am Montag genau wie am Sonntag bis in die frühen Abendstunden fast nicht mehr zu toppen waren, entschließt sich Contest Director Thomas Schmidt alle Heats bis auf die Semi-Finals in der Klasse Longboard Men und Women und Finals in den Klassen Open Men und Women durchzuziehen. „Es kommt ein solider Groundswell rein. Unfassbares Glück, wenn man bedenkt, dass wir für diesen Contest eigentlich keine Waiting Period zur Verfügung haben. Bei einem regulären Stop der ASP Tour zum Beispiel stehen sogar 13 Tage zur Verfügung um optimale Wellenbedingungen abzuwarten. Wir müssen dagegen in nur fünf Tagen für alle teilnehmenden Fahrer – immerhin 170 insgesamt – und dann auch noch in zwei verschiedenen Klassen versuchen, faire Contestbedingungen zu finden. Ich habe mich dazu entschlossen, nicht auf kleinere Wellen gegen Ende der Woche auszuweichen. Die Fahrer, die die Finals erreichen, sollten die Chance haben, ihr Vermögen in angemessen guten Wellenbedingungen zu zeigen“ begründet Tommy seine Entscheidung. „Das ist für manche weniger erfahrene Surfer natürlich schade, weil sie früh aus dem Contest gekickt werden. Dafür konnten wir heute beim Finale dann aber sehr, sehr spannende Heats in beiden Klassen sehen, bei denen die Finalisten in wirklich anspruchsvollen Bedingungen ihr Potential voll ausreizen mussten, um sich durchzusetzen.“


Aha! Das ist es also! Es ist Final Day und alle, die heute im Salz liegen, haben gestern, am Pfingstmontag, alles gegeben. Sie haben gekämpft wie die Löwen und mit Würde und in Ehren verloren. Dann darf man sich auf jeden Fall erstens mal was gönnen und zweitens auch mal Fünfe gerade sein lassen. Die beiden letzten Tage waren aber sowieso heavy. Weil Contest Director Thomas, intern mittlerweile gerne Tommy Tornado genannt, es geschafft hat, für fast jeden zwei Heats pro Tag anzusetzen, sind die meisten, die den Contest mitgesurft sind, am Montagabend total surfed out – und was gibt es nach zwei Tagen voller guter Wellen Besseres als ein Bierchen unter Freunden und die ehrliche Musik einer Band, die weiß, wovon sie ein Lied singt? Damn Right. Nix.
Tommy Tornado und die Tide sind gnädig und so gibt es noch ein schickes Präsent obendrauf: lange schlafen und ein gemütliches, noch längeres Frühstück, bevor es mit Seesack und Kühlbox bei Sonne an den Strand geht. Hah, wirklich! Weniger Wind, weniger Schwabbel, große hohle Wellen, sogar Barrels in der Outside und eine beständige saubere Inside – Tommy hat einen superschönen Tag fürs Finale ausgesucht! Die Bedingungen waren morgens schon recht gut und man munkelt, dass der ein oder andere Finalist den Vormittag zum Einsurfen genutzt hat.

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Das Finale findet auf der Bank vor dem Nordpodium statt, so dass heute nur zwei Judging-Boxen anstatt vier aufgebaut werden. Die tausendköpfige Crowd verteilt sich am Strand – anders als an den letzten Tagen, an denen Volleyball, Beachsoccer und Frisbee gezockt worden sind und alle neben dem Contest selber ein paar Wellen scoren konnten und die Atmosphäre fröhlich und ausgelassen war, ist die Stimmung ruhiger. Es liegt Spannung in der Luft. Auf Picknickdecken und Strandlaken wird zusammen Kaffee getrunken und noch ein frisches Croissant mehr vom Bäcker am Kreisel vor der Anlage ausgepackt. Notwendige Nervennahrung, denn die Finals werden aufregend!

Open Men Final
In der Klasse Open Men trifft contestältester Surfer Bruno Mateus Luz, zum ersten Mal bei den adh-Open dabei, auf Vincent Scholz, Philip Mappes und Alexander Tesch. Bruno sagt, dass ihn am meisten erstaunt hat, wieviel Spaß das Surfen dieses Contests ihm gemacht hat. Auch wenn alle wettkampforientiert surfen, ist die Stimmung unter den Männern zwischen und in den Heats kumpelhaft, sagt er. Im Finale will er in erster Linie Alex Tesch, der super im Training ist und Vincent Scholz, der bei der letzten Europameisterschaft sehr erfolgreich war, im Auge behalten. „Philip darf man aber auf keinen Fall unterschätzen!“ findet Bruno. Natürlich nicht!! Die meisten deutschen Kanarienvögel haben im Wasser derbe was auf der Pfanne.
Wer das Rennen jetzt gemacht hat!? Das wird natürlich noch nicht verraten! Streng nach Tradition wird das Geheimnis, wer denn nun den Titel nach Hause tragen darf, erst am Donnerstagabend bei der Night of the Champs auf der Siegerehrung gelüftet! So viel aber sei bis hierher gesagt: Für Alexander Tesch hat sich das Training bei QS-Trainer Martin Walz definitiv ausgezahlt. Man kann deutlich sehen, dass er die Contestwelle im Laufe der letzten Tage studiert hat. Seine Wellenauswahl ist präzise; kühl und berechnend setzt er seine Turns und nutzt jede Section perfekt aus. Sein Air Reverse ist das Sahnehäubchen des Heats. Vincent surft intuitiver, ist flinker – er entscheidet spontaner und gekonnt welche Manöver zur Welle passen. Philip surft mit einer wie angeborenen Sicherheit und holt sich Punkte ab, bei Wellen, die andere auf jeden Fall hätten durchrollen lassen, weil er selbst da noch ein Stückchen surfbares Face findet.

Open Women Final
Im letzten Heat der Mädels in der Klasse Open messen sich Valeska Schneider, Valerie Schlieper, Nicki Seligmann und Lisa Hauter. Hier wird es auf jeden Fall auch eng. Valeska Schneider hat seit dem letzten Jahr eine rasante Entwicklung durchgemacht. Vorjahressiegerin Vale, deren Style total eisbachgeprägt ist, war den halben Winter über mit Longboardfinalistin Friederike „Fritzi“ Schulz auf den Kanaren unterwegs und die Mädels haben ihre Level gegenseitig definitiv gepusht. Es ist fast unmöglich zu sagen, welche der vier nun die meisten und besten Wellen im Final abbekommen hat.
Fritzi hat im Final der Longboarderinnen Laura Nickel und Lisa Hauter, sowie Alexandra Siebert als Gegnerinnen. Lisa Hauters Attitude und Style überzeugen definitiv, aber hat sie auch die besseren Wellen abbekommen?

Longboard Women Final

Longboard Men

Einen Wettkampf unter altbekannten Kollegen gibt es im Final der Longboard Herren. Leader of the pack Paul Günther, genau wie Valerie Schlieper Eisbachsurfer par Excellence, trifft auf Exil-Münchner Felix Wystrychowski, den niemand auf dem Zettel hatte, der sich aber schon in der Klasse Open Men bis in die Quarter Finals vorgekämpft hat. Auch Philip Mappes ist dabei. Felix und Philip sind zwei echte Strategen und beide ohne eigenes Longboard angereist. Gut für die Jungs, dass bei der ehernen Regel „Ein Board wird nicht verliehen!“ für die adh-Open eine Ausnahme gemacht wird und die Mädels ihre Bretter fürs Final hergeben. Junge, Junge, Surfer und Organisation. In diesem Heat hat besonders Paul Günthers Shorebreakwelle für beifälliges Geraune im Publikum gesorgt.
Wer wird unsere Salzwasserprinzessin? Who’s gonna be our King?
Donnerstag wissen wir mehr.