Am Wochenende fand die erste offizielle Deutsche Meisterschaft im Rapid Surfing in einer der bekanntesten Wasserski-Anlagen Deutschlands, in Langenfeld bei Köln statt. Aber was ist Rapid Surfing überhaupt?
Es bedeutet Surfen auf einer sogenannten „stehenden Welle“ die künstlich herbeigeführt wird und somit ganz unabhängig von Gezeiten oder Swell gesurft werden kann. Eine „perfekte“ Welle also, die auf Knopfdruck nahezu jederzeit bereitsteht.
Und woher kommt der Name? Die Inspiration zum Namen liefert die bekannteste Stromschnelle der Welt – der Eisbach in München. Rapid ist ganz einfach die englische Übersetzung für das Wort Stromschnelle und bildet im Zusammenhang mit dem Surfen einen internationalen Begriff, der das River-Surfing und das Surfen auf stehenden sowie laufenden künstlichen Wellen beschreibt.
Zurück zur Meisterschaft, die auf genau dieser Welle ausgetragen wurde: Am Samstag sind Deutschlands beste Rapid Surfer in den Klassen Open Woman, Open Men, Junioren sowie den Ü35 Masters gegeneinander angetreten und haben das Beste aus sich und der Welle herausgeholt.
Auch unsere Teamrider Marc Piwko und Lennard Weinhold waren dabei und gingen zusammen mit 42 weiteren Teilnehmern an den Start. Marc ist ja eigentlich auf dem Meer zuhause und weiß, dass der Unterschied vor allem darin besteht, „dass man im Rapid Surfing die Welle eher seitlich surft, während es im Meer eher darum geht top to bottom zu surfen.“
Falls ihr den Namen Lennard Weinhold zum ersten Mal hört solltet ihr euch diesen merken. Der gerade mal 18 Jährige ist ein Spezialist auf der stehenden Welle und nun offiziell Teamrider für Wavetours. 2019 hat Lenni bereits die boot Düsseldorf Wave Masters gewonnen. Er kennt sich also aus und erklärt uns, dass beim Rapid Surfing sozusagen „zwei Sportarten kombiniert werden: Das Skaten und Meersurfen – wobei das Meersurfen natürlich deutlich relevanter ist, denn man versucht ja den Style und die Turns der Meersurfer so gut wie es geht zu übertragen. Der Trick, den man allerdings zum Gewinnen braucht, stammt wiederum vom Skaten.“
Die Teilnehmer mussten die DWV Judges also mit einer variantenreichen, spektakulären und flowigen Perfomance auf der Welle überzeugen. Dazu gehören Lines und deren Tiefe, also wie man die Welle ausfährt (in der Höhe sowie der Breite). In einem guten Run dürfen außerdem keine spektakulären Manöver und Tricks fehlen. Unter einem Trick versteht man jegliche Richtungsänderungen um mehr als 180 Grad und als Luftmanöver gilt ein Trick, bei dem das Brett vollständig die Wasseroberfläche verlässt. Im Gesamtbild wurden außerdem die Intensität der Manöver (wie hoch der Sprung ist und wie technisch schwierig dieser ausgeführt wird) sowie die Kombination der einzelnen Tricks bewertet.
Für Marc endete die Meisterschaft bereits in der dritten Runde. Ein riesen Erfolg , wenn man bedenkt, dass er gerade einmal das fünfte Mal auf einer stehende Welle surft. „Rapid Surfing ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig, weil dich das Wasser im Fluss die ganze Zeit aus der Welle rausdrückt, statt wie im Meer nach vorne, also genau in die andere Richtung.“, erzählte uns marc nach seinem letzten Heat.
Lenni hingegen wurde seiner Favoriten-Rolle gerecht und schaffte es bis ins Finale. Da musste er sich leider Sebastian Steinberg und Nicolas Marusa geschlagen geben und landete auf dem dritten Platz.
Janina Zeitler und Sebastian Steinbeck gewannen die Open Class und sicherten sich somit den ersten offiziellen Sieg im Rapid Surfing. Für alle Platzierten der Open Classes gab es Geldpreise im Gesamtwert von 2000€ zu gewinnen, die von den Hauptsponsoren Billabong, WAVETOURS und Haaner Felsenquelle ermöglicht wurden.
Insgesamt war es ein großartiges Event mit guter Stimmung und vielen beindruckenden Skills. Als Nächstes wartet dann wieder das Meer auf unsere Surfer, denn das adh-Open in Seignosse steht in weniger als 4 Wochen vor der Tür.