Wavetours Blog

Behind the scenes: Arbeiten im Surfcamp? – Voll gerne!

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Ein Tag als Teamer im Familycamp in St. Girons

Der Wecker klingelt. Ich höre wie das Zelt neben mir langsam aufgeht und jemand nach draußen tappst. Es ist 7.45 Uhr, also müsste es unsere Küchenfee Annika sein, die neben mir wohnt und gleich anfängt das Frühstück für die Gäste vorzubereiten. Beim morgendlichen Gang zum Kaffee eine halbe Stunde später merke ich, dass sie tatsächlich in der Küche Tomaten schnippelt und sie begrüßt mich (trotz der frühen Uhrzeit) herzlich.

Mittlerweile erwacht Leben in dem bisher noch ruhigen Camp, vor dem Frühstückszelt sitzt eine Traube Menschen und plaudert gemütlich. Mittendrin sitzt Steffi, die Campleiterin und erzählt neue Geschichten aus den anderen Frankreichcamps. Währenddessen sitzen die Teamer zusammen und bequatschen das Abendprogramm. Die Gäste, die sich rechts und links daneben gesetzt haben, wünschen sich ein Volleyball-Turnier, was sich aufgrund des guten Wetters heute perfekt umsetzen lässt. Der Teamer Juli bereitet einen Aushang vor, während ich mich um die Ordnung und vor allem den Müll im Camp kümmere. Pia fängt an mit anzupacken, obwohl ihre Schicht eigentlich erst später beginnt. „Du musst mir nicht helfen Pia“, sage ich daraufhin. „Mach ich aber voll gerne“, antwortet sie und fängt an die Plastikflaschen zu sammeln.

Wir lachen. „Voll gerne“ ist hier im Family Camp in St. Girons zur Standardantwort geworden, jeder versucht jedem ein bisschen unter die Arme zu greifen und so haben alle Spaß bei der Arbeit.

Das Camp ist gegen Mittag so gut wie leer, die Gäste sind überwiegend am Strand beim Surfkurs, wo der Headcoach Rene gerade den Take-Off erklärt. Wir nutzen die Gunst der Stunde um ein wenig zu verschnaufen, als plötzlich Steffi angelaufen kommt und berichtet, dass wir heute nur ein Auto zur Verfügung haben. „Die Küche konnte erst später einkaufen gehen, weil sich die Kurszeiten und somit die Essenszeiten verschoben haben. Also müssen wir mal schauen, wie wir das mit dem Ausflug heute machen“. Eigentlich sollte in einer halben Stunde der Ausflug mit ein paar Familien nach Hossegor starten, was jedoch ohne Bus eher schwierig wäre. „Wir kümmern uns drum“, sagt Juli während Steffi schon wieder in Richtung Team-Area verschwindet um die Busfahraufträge für den bevorstehenden Wechseltag zu drucken.  Also hocken wir Teamer uns an einen Tisch und überlegen uns wie wir das Ausflugsproblem lösen können, als plötzlich das Handy klingelt. Es ist Tim, der Koch: „Hey ihr, wir wollten nur Bescheid sagen, dass wir mit dem anderen Camp zusammen einkaufen gehen, also könntet ihr das andere Auto nehmen, das steht oben“. „Voll gerne und danke“, antwortet Juli und wir machen uns auf den Weg um das Auto abzuholen.

In der Zwischenzeit versammeln sich die Familien, die heute keinen Kurs haben und machen sich für den Tagestrip bereit, während die ersten vom Surfkurs zurückkommen. Der Kampf der Gäste um die Hängematten beginnt, ein paar Kids versammeln sich im Barzelt und spielen mit Juli eine Runde Karten. In der Küche steht wieder Annika, die anfängt das Abendessen vorzubereiten während der Rest der Küchencrew einkaufen geht.

Dann mache ich mich mit einer Handvoll Leute auf in Richtung Surfoutlets, zuvor halten wir noch ein paar Stündchen in Hossegor-Stadt und ich erzähle wo es das beste Eis zu schlemmen gibt.

Das ganze Team packt mit an, damit jeder Gast zeitig essen kann

Ganz schön kleine Pfannen 😉 Damit das Essen bei allen warm ankommt, muss das ganze Team mit anpacken

Nach einer erfolgreichen Shoppingtour fahren wir zurück ins Camp, wo Tim gerade das Essen auf den Tisch stellt. Die Teamer helfen die Schnitzel und die Salate auszugeben, der Rest der Küchenbande entspannt nun beim Abendessen. Plötzlich taucht auch wieder Steffi auf, die sich nach der Einteilung des morgigen Schichtplans erkundet und mit ihren flotten Sprüchen für gute Stimmung sorgt.

Nachdem der erste Essensansturm der Teilnehmer abgeklungen und der Futterneid gemindert ist, greifen auch wir zu Messer und Gabel und lachen mit den Gästen über Surf-Assistent Freddy, der neulich beim Surfen einen Kopfstand auf dem Board versucht hat, aber gnadenlos gescheitert ist. Wir müssen uns mit dem Mampfen ein wenig beeilen, denn in 20 Minuten schon startet unser Volleyball-Turnier zu dem sich die starke Anzahl von zehn Teams angemeldet hat.

 

Egal ob Volleyball, Jam-Session, Film- oder Spieleabend, die Teamer bieten stets ein abwechslungsreiches Abendprogramm an, während einer von uns die Bar besetzt und mit den Eltern und einem Bierchen über den Tag philosophiert. Auch Steffi kann endlich ein wenig abschalten und feuert mit uns die Kids beim Volleyball an, bevor sie sich mit der neuen Zeltbelegung beschäftigen muss. Sogar das Wavetours-Team stellt eine Mannschaft, die allerdings mehr zur Belustigung als zum sportlichen Engagement beiträgt, bevor Juli das Gewinnerteam mit einer Goodiebag belohnt. Abschließend schlendern wir wieder zum Barzelt, die ersten Kids machen sich auf um schlafen zu gehen und die Älteren gehen mit ihren Eltern den Sonnenuntergang schauen. Der Rest des Teams gesellt sich ebenfalls ins Barzelt, wo mittlerweile der Song „Voll gerne“ von Andreas Bourani aus dem Film Vaina läuft, welcher gestern zum Abendprogramm zählte. Ein bisschen müde, ein bisschen erschöpft aber auch happy sitzt das Team auf dem Sofa und lacht, als plötzlich der Refrain kommt und alle mitsingen: „Es ist okay, okay, voll gerne“. Und wieder grinsen alle.

Danach geht es für uns die Team-Area. Ein paar vom Küchen- und Surfteam sitzen bereits da, wiederum andere haben sich schon schlafen gelegt, denn mittlerweile ist es knapp halb Elf. Nun haben auch wir offiziell Feierabend und können unter Freunden quatschen. Die Abende in der Team-Area sind mit einer der wenigen Zeiten, wo das ganze Team zusammenkommt und deshalb immer wieder schön. Egal ob der Surf vom Mittag, witzige Geschichten über den Arbeitstag oder Stories aus dem deutschen Alltag – abends genießen wir unseren Arbeitsplatz am Meer in geselliger Runde.

So läuft das hier ungefähr, jeder Tag same but different. Das Küchen-, Surf- und Teamerteam versuchen das Bestmögliche um den Teilnehmern eine gute Zeit zu bereiten. Dazu gehört auch, dass man manchmal beim Zähne putzen über das Abendessen ausgefragt wird oder man in der Pause über die Arbeit im Camp erzählt. Aber das ist okay so, denn wir leben mitten im Geschehen, 24 Stunden an sieben Tagen die Woche um so den Gästen möglichst nah zu sein. Viele von uns arbeiten über Monate hinweg hier im Pinienwald, weshalb hier zu wohnen manchmal ein Spagat zwischen Privatleben und Freizeit ist. Die kleine Privatsphäre muss man deshalb auch gut wahren, was ein Grund ist, warum die Gäste die Team-Area nicht betreten dürfen. Aber das ist nur ein kleines Übel, wenn man bedenkt, dass uns dafür täglich unvergessene Momente mit tollen Leuten an der wundervollen Atlantikküste beschert werden. Und auch wenn es für uns manchmal stressig ist, wir machen das voll gerne.

Euer Team aus dem Family Camp in St. Girons

Euer Team aus dem Family Camp in St. Girons