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Contest Surf


Im Surfsport wurden schon immer Wettkämpfe abgehalten. Während es sich bei den Wettkämpfen in die späten 1930er hauptsächlich um die Disziplin des Paddelns drehte, rückte im Laufe der 50er Jahre das Geschick beim Abreiten einer Welle immer deutlicher in den Vordergrund. Wettkämpfe wurden auf lokaler, regionaler, nationaler und schließlich auch internationaler Ebene ausgetragen. 1964 fand die erste Weltmeisterschaft bei Sydney in Australien statt. Unter den Teilnehmern befanden sich nicht nur Surfer aus Kalifornien, Australien und Hawaii, sondern auch Sportler aus Ländern wie Peru oder Großbritannien, die nicht direkt mit dem Surfen in Verbindung gebracht werden. Damals bewertete man die Ausführung der klassischen Manöver, wobei insbesondere das Noseriding, das Stehen auf der vorderen Spitze des Bretts, viele Punkte brachte. Der Australier Midget Farrelly schlug sich an die Spitze des Wettkampfs und mauserte sich somit zum ersten Weltmeister des Surfsports. Während das Wettkampfsurfen in den 60er Jahren sehr beliebt war, begannen Ende der 60er Jahre eine stetig wachsende Anzahl naturbewusster „Soul-Surfer“ eine andere Sichtweise zu propagieren. Ihrer Meinung nach würde der Surfsport durch Wettkämpfe verkommen, da sie nicht der eigentlichen Natur des Surfens entsprächen. Infolgedessen verlor das Wettkampfsurfen mehr und mehr an Bedeutung. Erst Ende der 70er und während der 80er und 90er Jahre wurde es durch höhere Preisgelder wieder belebt.


Die ISA
Die ISA (International Surfing Association) ist 1976 aus der (ISF International Surfing Federation) hervorgegangen, die zuvor für die Organisation und Austragung der jährlichen Weltmeisterschaften zuständig gewesen war. 1982 wurde die ISA als weltweit leitendes Gremium anerkannt, das seitdem für die Verwaltung des Surfsports, Bodyboardens und ähnlicher Aktivitäten verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Entwicklung des Sports einsetzt, Kriterien für das Lehren des Sports in Surfschulen und für die Bewertung von Wettkämpfen festlegt, außerdem setzt sie sich mit Themen wie Antidoping im Surfsport auseinander. Die ISA ist offizieller Veranstalter der World Surfing Games (früher World Championships), der ISA World Junior Surfing Championships und genehmigt weitere Surfwettkämpfe in aller Welt. Nach einer zweijährigen Beobachtungsphase wurde die ISA 1997 auch vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannt.


Die ASP

Heute werden eine Menge lokaler, regionaler und nationaler Wettkämpfe an den unterschiedlichsten Orten der Welt ausgetragen – von den Pipeline Masters in den großen Wellen Hawaiis, über die U.S. Open Surfing Championships bis hin zu den World Surfing Games, die jährlich von der ISA organisiert werden.

Die ASP (Association of Surfing Professionals) ist 1982 aus der IPS (International Professional Surfers) hervorgegangen. Ihr Ziel ist es, anhand einer Reihe Contests, die an den unterschiedlichsten Spots der Welt ausgetragen werden, den wahren Weltmeister zu ermitteln. Sie ist in zwei Touren untergliedert – die WCT (World Championship Tour) und die WQS (World Qualifying Series).

Die WCT ist die oberste Liga des Wettkampfsurfens. Im ihrem Rahmen werden von März bis Dezember insgesamt 15 Wettkämpfe für Männer und 6 Wettkämpfe für Frauen an den besten Spots der Welt ausgetragen, wobei nur 44 männliche und 15 weibliche Teilnehmer zugelassen sind. Im September und Oktober finden stets Wettkämpfe in Südwest-Frankreich, Portugal und im spanischen Baskenland statt. Die Saison geht jedes Jahr auf Hawaii ihrem Ende zu, wo die Weltmeister abschließend gekrönt werden.

Wer in die WCT kommen möchte, muss sich zuerst in der WQS qualifizieren. Auch hier finden Wettkämpfe an verschiedenen Spots der Welt statt, bei denen die teilnehmenden Surfer Punkte sammeln können. Momentan werden ungefähr 50 Wettkämpfe für Männer und 15 Wettkämpfe für Frauen ausgetragen. Am Ende jedes Wettkampfjahres steigen die besten Surfer aus der WQS in die WCT auf, während die schlechtesten Surfer der WCT in die WQS absteigen.


Contest Rules
Das Ziel eines Surfwettkampfs ist es, die surferischen Fähigkeiten der Teilnehmer objektiv vergleichen zu können. Während eines Heats, einer festgelegten Zeitspanne von 15-30 Minuten (je nach Wellenbedingungen und Art des Laufes), werden bis zu 6 Teilnehmer gleichzeitig ins Wasser geschickt. Obwohl Surfer in der Regel vom Strand aus starten, können sich die Judges bei hoher Brandung und dadurch erschwerten Bedingungen auch für einen Wasserstart entscheiden. In diesem Fall dürfen sich die Wettkämpfer bereits vor Beginn ihres Heats in den Lineup begeben.

Während des Heats trägt jeder Surfer ein andersfarbiges Lycra, damit man sie im Wasser voneinander unterscheiden kann, und dürfen je nach Bedingungen 10-15 Wellen anstarten. Eine Welle gilt als angestartet, sobald ein Surfer durch einen Takeoff die Hände vom Brett gelöst hat.

Ein Ritt wird folgendermaßen bewertet:

„Der Surfer soll seine Welle mit den radikalsten und sicher kontrollierten Fahrmanövern in der kritischen Sektion mit durchlaufender Geschwindigkeit und Kraft abfahren. Derjenige, der solche Techniken auf den größten und besten Wellen seines Laufes über die längste funktionale Distanz mit vollkommener Kontrolle durchführt, soll der Sieger sein. “ (Deutscher Wellenreit Verband)

Dabei gilt heutzutage jeder vom Surfer vorgenommener Laufrichtungswechsel als Manöver (z.B. Bottom Turn, Re-Entry, Cutback, Floater). Je radikaler diese Manöver bei gleichzeitiger Kontrolle ausgeführt werden, desto höher wird die Fahrt bepunktet. Dabei ist es wichtig, ein Manöver abzuschließen – nicht-abgeschlossene Manöver dürfen nicht gewertet werden. Fällt ein Surfer also während eines Manövers ins Wasser, so darf es nicht in die Bewertung der Wellenfahrt eingehen.

Die kritische Sektion ist der steilste und damit kritischste Teil der Welle, die sog. Pocket, kurz vor dem Umschlagen der Welle. Je näher ein Manöver an der Pocket ausgeführt wird, desto höher wird es bewertet, da der Surfer dabei ein höheres Risiko eingeht, die Kontrolle über sein Brett zu verlieren.

Auch die Wellenauswahl geht in die Wertung mit ein: Auf einer größeren bzw. besseren Welle lassen sich mehr Manöver ausführen und man kann generell radikaler surfen.

Unter Funktionale Distanz versteht man die Dauer einer Fahrt, während der kontinuierlich Manöver ausgeführt werden. Eine schlichte parallele Gleitfahrt oder eine Gleitfahrt vor dem Weißwasser werden demnach nicht bewertet.

Die Judges bewerten jede Wellenfahrt auf einer Punkteskala von 0 bis 10. Am Ende eines Heats zählt jeder Judge für sich die Punkte der 2-5 von ihm am höchsten bewerteten Wellen eines jeden Surfers zusammen (je nach Contest) und erstellt somit eine persönliche Rangfolge der Wettkämpfer für den Heat. Die endgültige Platzierung wird schließlich durch direkten Vergleich der Rangfolgen aller Judges ermittelt. Daraufhin gelangen mindestens die besten 50% der Surfer in die nächste Ausscheidungsrunde. Wird ein Doppel-K.O.-System gefahren, so haben die Verlierer der Hauptrunde noch eine Chance, über die Hoffnungsrunde ins Finale zu gelangen.

Missachtet ein Surfer die Vorfahrtsregeln oder behindert er andere Surfer beim Anstarten bzw. Abfahren einer Welle, so wird er durch Mehrheitsbeschluss aller Judges mit Punktabzug bestraft – dies kommt in der Regel einer Disqualifikation gleich.

(Text: Daniela Cramer)





 
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