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Surfen und die Musik


Wurde das Surfen anfangs mit hawaiianischen Klängen in Verbindung gebracht, so änderte sich dies Ende der 50er Jahre radikal, als es zum ersten Mal in der Geschichte der Popmusik zur Entstehung eines eigenständigen Musikstils um eine Sportart herum kam. Das Ziel der Surfmusik war und ist es, die Glücksgefühle beim Abreiten einer Welle zu beschreiben.

Definiert wurde der neue Musikstil durch den Kalifornier Dick Dale, auch bekannt als „Vater der Surf Music“ und „König der Surf-Gitarre“. Es geschah Ende der 50er, dass Dick Dale sich für die Welt des Surfens begeisterte und es selbst erlernte. Schon bald versetze er die Massen durch seine Instrumentalmusik in Begeisterung - eine verzerrte Gitarre, die eingängige Motive durch die Verstärker jagte, kombiniert mit Schlagzeug, Bass und gelegentlich einer weiteren Gitarre. Seine erste Platte produzierte er mit seiner Band, den Del Tones, als Titelmusik des Films Beach Party (1963).

Die zweite Band, die an dieser Stelle unbedingt Erwähnung erfordert, sind selbstverständlich die Beach Boys. Auch sie leisteten einen beträchtlichen Beitrag zur Entstehung des Surfsounds und verbanden ihn in Songs wie „Surfing Safari“, „California Girls“ oder „Catch a Wave“ mit Erzählungen von Surfpartys, Surfrevieren und dem Zauber des Wellenreitens im Allgemeinen, womit sie genau dem Geist der Zeit entsprachen.

Nach dem Vorbild Dick Dales und der Beach Boys entstanden in den 60ern zahlreiche Surfbands, wie the Surfaris, the Astronauts, the Chantays oder Jan and Dean. Ihr Sound, der Amerika wie ein Lauffeuer eroberte, gelang selbst bis ins Landesinnere. Er kam sogar bis nach England: Dort wurde der Titel „Wipeout“ von den Surfaris zur Eröffnungsmusik der wöchentlichen Popshow Ready, Steady, Go. Der Song „Pipeline“ von den Chantays landete 1963 auf Platz 4 der amerikanischen Charts.

1964 musste die Surfmusik mit dem Auftauchen der Beatles jedoch bereits einen herben Rückschlag einstecken. Trotzdem lebte sie in zahlreichen Surffilmen weiter, bis sie in den 90er Jahren schließlich ein Comeback erlebte. Die alten Songs galten wieder als hip, Dick Dale ging erneut auf Tournee, und eine Flut neuer Surfbands entstand.

Auch heute sind Dick Dale und die Beach Boys den meisten Menschen noch ein Begriff. Jedoch gibt es bei dem, was heutzutage als Surfmusik gilt, nicht mehr so klar definierte Grenzen wie früher. Interpreten der unterschiedlichsten Musikrichtungen identifizieren sich mit dem Surfsport und lassen sich von ihm inspirieren. So umfasst die Surfmusik heutzutage Punkbands wie die Red Hot Chilli Peppers und Sublime, ältere Bands wie Pearl Jam, Hip Hop oder Funkgruppen wie Jamiroquay. Eine Menge bekannte Surfer haben sich selbst der Musik verschrieben, unter ihnen Ben Harper, Donovan Frankenreiter, Jack Johnson und The Beautiful Girls. Durch sie kam es zur Entwicklung einer neuen Stilrichtung entspannter Surfmusik, geprägt von rhythmischen Akustikgitarren und melodischem Gesang.

(Text: Daniela Cramer)







 
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