Surf Movies
Auch
Hollywood versäumte es nicht, diese neue Massenbewegung, die die
Menschen während der 50er und 60er Jahre an die Strände
trieb, auf die Leinwand zu bannen.
Der Kalifornier Bud Browne gilt als der Erste, der den Tanz der Surfer mit der Welle filmisch festhielt. Sein erster Film Hawaiian Surfing Movie (1953) entfachte eine regelrechte Euphorie unter der Bevölkerung – sie konnten die sagenumwobenen Surfer jener Zeit nun erstmals selber auf der Leinwand betrachten. Neben dem bloßen Ritt auf der Welle brachte er seinen Zuschauern auch das dazugehörige Lebensgefühl nahe und wurde zum großen Vorbild vieler Filmemacher. Sein Bruder, Bruce Browne, brachte 1958 mit Slippery When Wet einen Film heraus, der eine Gruppe Surfer auf der Reise durch Kalifornien und Hawaii zeigte. Dabei trafen sie unter anderem auf John Severson, der seinen ersten Film Surf Fever drehte, während Bob Evans durch Australien tourte, um seinen Helden Midget Farrely in Surf Trek to Hawaii unsterblich zu machen. Den ersten klassischen Surffilmen folgten Streifen wie Gidget goes Hawaiian (1961), Beach Party (1963), Muscle Beach Party (1964), Ride the wild Surf (1964) und Don´t make Waves (1967), die zunehmend unrealistischer und niveauloser wurden. Trotz alledem erreichten und inspirierten sie ein durchaus breites Publikum, und die Kinos wurden von Surfbegeisterten regelrecht überflutet. Auch fern der Ozeane lief der ein oder andere Surfstreifen in den Kinos, was zur weiteren Verbreitung und Beliebtheit des Surfsports beitrug.
Als bekannteste Surfserie gilt Gidget (1959), die an dem Surfboom der 60er Jahre nicht ganz unbeteiligt war. Es ist die Geschichte um die Abenteuter eines jungen Mädchens, das ihre Tage am Strand von Malibu, Kalifornien verbringt und das Surfen erlernt. Wie bereits The Wild One (1954) und Rebel without a Cause (1955) versucht Gidget das damalige Strandleben und die Surfszene mitsamt ihrer Regeln und Normen darzustellen - die Serie galt von Beginn an als Kult.
The Endless Summer (1964) von Bruce Brown ist unumstritten der erfolgreichste und atemberaubendste Surffilm der damaligen Zeit. Er zeigt zwei Surfer, Robert August und Mike Hynson, die auf ihrer Suche nach dem niemals endenden Sommer und der perfekten Welle der Sonne hinterherreisen. Ausgehend von Kalifornien bringt ihre Reise um die Welt sie nach Senegal, Ghana, Nigeria, Südafrika, Australien, Neuseeland, Tahiti und Hawaii, wo sie Wellen surften, die kein Surfer jemals zuvor zu Gesicht bekommen hatte. Der Film dokumentiert jedoch nicht nur seine beiden jungen Helden auf den Wellen unzähliger Surfspots, er geht auch humorvoll auf Land und Leute ein, begleitet durch die Surfmusik der Sandals. Wurden Surffilme anfangs nur in den örtlichen Kinos gezeigt, so war The Endless Summer der erste Surffilm aller Zeiten, der 1966 amerikaweit in die Kinos kam. Auf diese Weise sorgte er auch an Orten fern des Ozeans für Begeisterung, erreichte ein breites Publikum und spielte Millionen ein.
Ende der 60er Jahre kam es zu einer Flut geistreicher und zum Teil exzellent produzierter Surffilme. Zu den bekanntesten gehören Five Summer Stories (1972) von MacGillivray/Freeman und Morning of the Earth (1972) von Alby Falzon, die den Surfer als spirituelles Wesen im Einklang mit der Natur und seinen eigenen Wurzeln darstellen.
Anfang der 70er Jahre verschwanden mit der Surfindustrie auch die Surffilme von der Bildfläche - bis auf ein paar Ausnahmen. Zwei Klassiker von John Milius verschafften dem Sport Ende des Jahrzehnts jedoch neue Popularität: Mit den ersten Aufnahmen von Surfern in den großen Wellen Hawaiis folgt Big Wednesday (1978) drei Freunden auf ihrem Weg durch die Jugend, den Vietnamkrieg und ihr Wiedersehen. In Apocalypse Now (1979) werden amerikanische Soldaten beim Surfen vor der Küste Vietnams gezeigt.
Mit North Shore (1987) ist William Phelps ein weiterer Klassiker gelungen – die kitschige Geschichte eines jungen amerikanischen Surfers, der sich auf der Suche nach Ruhm und Reichtum an den North Shore von Hawaii begibt und dort auf eine Vielzahl berühmter Surfgrößen trifft.
Im Jahre 1994 tauchte Bruce Brown erneut auf - mit der Produktion von Endless Summer II. Ähnlich wie der erste Teil handelt er auch von zwei befreundeten Surfern - den Longboarder Wingnut und den Shortboarder Pat O’Connel - die auf ihrer Suche nach der perfekten Welle die Welt umrunden. Er dokumentiert außerdem die Entwicklungen, die der Surfsport innerhalb der vergangenen 30 Jahre durchlaufen ist. Durch die Einbeziehung sowohl des Longboardens als auch des Shortboardens stellt er zudem die beiden Hauptströmungen des Surfens einander gegenüber.
Auch heutzutage entstehen stets neue Surfstreifen - große Firmen der Surfindustrie produzieren Filme unter ihren Labels, um die Surfer ihrer Teams darzustellen. An neuen Spielfilmen ist unter anderem In God’s Hands (1998) von Zalman King zu nennen, der die spirituelle Geschichte einer Handvoll Freunde auf der Suche nach den exotischsten und größten Wellen erzählt. Mit Blue Crush (2002) verursachte John Stockwell in den USA einen regelrechten Surfboom unter Frauen. Die Geschichte einer jungen Hawaiianerin, die auf die Teilnahme an einem berühmten Wettkampf trainiert und dabei ihre tiefe Angst vor gigantischen Wellen überwindet, enthält darüber hinaus viele aktuelle weibliche Surfgrößen. Als moderne Surfklassiker wären noch Filme wie Litmus (1996) von Val Dusty oder die Meisterwerke Shelter (2001) und September Sessions (2002) von Jack Johnson zu nennen.
Bahnbrechende Spielfilme mit Surfen als Haupt- oder Nebenthema
Apocalypse now: Zoetrope, U.S., 1979
Big Wednesday: Warner Brothers, U.S., 1978
Blue juice: U.K., 1995
California dreaming: U.S., 1979
Dark Star: - U.S., 1973
Escape from L.A.: U.S., 1996
Fast times at Ridgemont High: U.S., 1982
In God's hands: U.S., 1997
Gidget: Columbia Pictures, U.S., 1959 - hey, I didn't put the "beach blanket" movies in, so count your blessings :-) In any event this could be one of the most influential films in the history of surfing, as it encouraged so many to start surfing ...
The north shore: Universal Pictures, U.S., 1987
Point break: Largo Entertainment, U.S., 1991
Puberty blues: Limelight Productions, Australia, 1981
Ride the wild surf: U.S., 1964
Surf nazis must die: Troma Films, U.S., 1987
Surf's up: U.S. 2007 - surfin' penguins, cool!
(Text: Daniela Cramer)