Wavetours Story
Eigentlich hatte alles schon in der
7ten Klasse einer Schule in Idar-Oberstein seinen Lauf genommen, denn
hier begann die Freundschaft von Uli Scherb und Martin Storck, den
Gründern von Wave Tours. Von Surfen war auf jeden Fall noch
lange nicht die Rede.
Der Umzug von Uli nach München führte vorübergehend zu räumlicher Trennung. Gegenseitige Besuche waren zwar selten, aber die Freundschaft hielt. Irgendwann sah Uli dann den Surfkultfilm Crystal Voyager – eine Geschichte über einen introvertierten kalifornischen Surfer auf der Suche nach der perfekten Welle und dem perfekten Tuberide – und war fasziniert. Während eines Frankreichaufenthalts 1985 fand der erste direkte Kontakt mit einer völlig neuen Welt statt, doch der erste Surf sollte noch ein Jahr auf sich warten lassen.
Im folgenden Sommer lernte er seinen künftigen Surfmentor Hunter Handley kennen. Hunter berichtete von all seinen Surftrips rund um den Globus. Uli war klar, von nun an sämtliche verfügbare Zeit am Meer verbringen zu wollen. Es kam zum ersten langen Aufenthalt auf Sri Lanka. Im Süden der Insel quartierte er sich für 2,50 DM am Tag bei einer Familie ein. Von seinem Bett konnte er das Meer sehen. Am Reef von Hikaduwa gehörte Uli schon bald zur täglichen Stammbesetzung, doch hämmerte er meist noch die 2-3 Fuß Faces liegend runter und machte nur sehr langsam Fortschritte. Zum persönlichen Durchbruch kam es als sich der „crazy German“ einer handvoll Australier anschloss, um einen entlegeneren Spot zu surfen. An einem kleinen Point bekam Uli nun endlich seine ersten grünen Wellen und es war um ihn geschehen.
Zurück in Deutschland meldete sich Hunter und verpflichtete den Surfnovizen, zu seinem Assistenten im Surfcamp von MMT Sportreisen.Von all den Geschichten neugierig gemacht setzte sich Martin 1990 auf sein Motorrad und besuchte Uli in einem Surfcamp in Frankreich, in dem Uli mittlerweile als Surfinstructor seinen Sommer verbrachte. Martin machte seine ersten Erfahrungen in den Wellen am La Lette Blanche. Die ersten Schwierigkeiten auf einem viel zu kleinen Surfboard weckten eher Skepsis als Begeisterung. So kam es, dass die täglichen Surfsessions immer kürzer und die Partys immer länger wurden. Der letzte Tag vor der Abreise brachte das entscheidende Erlebnis. Ein Take-off auf einer „riesigen“ 1m großen Welle, von ganz draußen, geradeaus zum Strand im perfekten Sonnenuntergang wurde zum unvergesslichen Erlebnis.
Der Surfvirus hatte entgültig ein neues Opfer gefunden.
Martin war es schließlich auch, der die Idee zum eigenen Surfcamp hatte, „das können wir besser“ und Uli steuerte fix noch einen Namen dazu „Wavetours“ sollte der „Laden“ heißen.
Die ersten Camps werden unvergessen bleiben!
Die Wave Tours Buchungsstelle war in Martins WG. Ein eigenes Fax und ein 2-86er Computer waren die technischen Highlights und der ganze Stolz. Martins Freunde kümmerten sich abwechselnd um die Buchungen, während die beiden in den Camps ihre Surfbegeisterung an zunächst nur sehr wenige Teilnehmer weitergaben.
Ein baufälliges Haus in Leon sollte ein echtes Surfhouse für die ersten Jahre werden. Auf drei Etagen konnten 12 Leute Wohnen, im Keller fanden die Videosessions statt. 20 Nagelneue Boards lagerten in einem alten Schuppen. Direkt neben der Teamküche in einem kleinen Minihaus auf dem Grundstück versuchten Uli und Martin zwischendrin auch mal die ein oder andere Stunde zu schlafen.
Viele Freunde aus dieser Zeit sind immer noch mit Wave Tours verbunden und jedes Zusammentreffen ist mittlerweile ein Kultereignis, bei dem es unzählige Geschichten zu erzählen gibt.
Am Ende des ersten Jahres besuchten die Surflegenden Gerry Lopez und Derrick Doerner im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Chiemsee eine Woche das Camp. Gerry ist der All Time Hero der berühmten Banzai Pipeline. Keiner steht so locker wie er in der Tube eines 15 Fuss Monsters. Darrick Doerner ist einer der Väter der Tow-In Entwicklung und war für eine gewisse Zeit der Rekordhalter für die allergrößte Tube ever. Unvergessen bleibt der erste gemeinsame Surf am Lette Blanche. Die Lifeguards haben noch heute die Bilder davon an der Wand hängen.
Im dritten Jahr kam der Sprung auf den Campingplatz in Moliets und die Teilnehmerzahl verdoppelte sich, so dass im nächsten Jahr schon ein zweites kleines Camp eröffnet werden musste. Im Winter ’94 unternahmen Martin und Uli dann den ersten Trip nach Fuerte, wo ihnen Sigi und Ingo eine endlose Reihe von Spots zeigten. Seitdem wurde die Insel zur zweiten festen Surfheimat.
Im Sommer drauf klapperte Martin mit dem Bus die komplette Küste Spaniens und Portugals ab, auf der Suche nach einer Location für ein neues Surfcamp. An der Algarve lernte er die Lipkes kennen und quartierte sich in deren Luxusvilla ein. Gemeinsame Surftage mit Dago führten dazu, dass man sich entschloss zusammen zu arbeiten. Martin gab die Suche nach einer neuen Location auf und die Partnerschaft mit The Surf Experience begann.
Im Laufe der Jahre ist die Wave Tours Family immer größer geworden. Viele Teilnehmer aus den Camps arbeiten mittlerweile selbst als Surflehrer, haben eigene Surfcamps gegründet und werden vom Wave Tours Büro mitversorgt. So wächst neben den eigenen Surfcamps die Anzahl der befreundeten Surfcamps, die von Wave Tours als Buchungsagentur betreut werden.
Man kann nur ahnen, wie viele Surfer
aus den Wave Tours Camps mittlerweile im Line up sitzen!
(Text: Wavetours)