Surfen und Olympia
Seit
Anfang der 90er Jahre bemüht sich das olympische Surfkomitee der
ISA (International Surfing Association) darum, die Integration des
Surfsports als Disziplin der olympischen Spiele zu erlangen. Jegliche
Anstrengungen sind jedoch bisher ohne Erfolg geblieben – zum
großen Ärger der Wettkampforganisatoren und der
Surfindustrie im Allgemeinen, gleichzeitig jedoch zur Freude aller
Verfechter der Ansicht, dass das Wellenreiten von der breiteren Welt
des Sports unabhängig bleiben solle.
Um Teil der olympischen Spiele werden zu können, muss eine Sportart den internationalen Richtlinien des IOC (International Olympic Committee) entsprechen und eine Reihe IOC-Zustimmungen erlangen. Mitte der 90er wurde die ISA vom Olympischen Komitee als offizieller Verband des Surfens und Bodyboardens anerkannt, was einer formellen Begrüßung des Surfsports zu den olympischen Spielen gleichkam. Während eines historischen Treffens zwischen dem Vorsitzenden der ISA und dem Präsidenten des Olympischen Komitees, das im Juni 1996 stattfand, bezeugte Letzterer, dass es für den Surfsport immer noch eine Chance gäbe, Disziplin der olympischen Spiele 2000 in Sydney zu werden. Im Oktober desselben Jahres lud man Vertreter des olympischen Komitees zu den spektakulärsten World Surfing Games aller Zeiten ein, bei denen über 600 Teilnehmern aus 36 Nationen der Welt an den Start gingen. Trotz positiven Feedbacks bezüglich des Events wurde der Surfsport nicht als Disziplin der olympischen Spiele 2000 in Sydney anerkannt.
Trotz verstärkter Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, breiterer Anerkennung durch andere Verbände und der feurigen Diskussion des Themas in Surfmagazinen schloss das Olympische Komitee die Integration des Surfsports in die olympischen Spiele 2008 in Peking bereits 2002 aus. Die ISA wird dennoch auch in Zukunft weiterhin bemüht sein, den Surfsport zum Bestandteil der olympischen Spiele zu machen.
(Text: Daniela Cramer)