Geschichte
The History of Surfing
Captain James Cook, Tahiti 1777
"Als ich eines Tages bei Matavi Point, wo unsere Zelte aufgestellt wurden, spazierte, sah ich einen Mann in seinem kleinen Kanu so schnell paddeln und sich mit solchem Eifer umschauen, als wolle er meine ganze Aufmerksamkeit. Er fuhr vom Ufer hinaus, bis er an der Stelle war, an der sich die Wellen zu heben beginnen und ihre ersten Bewegungen aufmerksam beobachtend, paddelte er vor ihr mit grosser Geschwindigkeit, bis sie ihn überragte und so viel Kraft gesammelt hatte, dass sie sein Kanu trug, ohne darunter durchzulaufen. Dann saß er bewegungslos und wurde mit der Geschwindigkeit der Welle fortbewegt, bis sie ihn am Strand anlandete. Er stieg aus, leerte das Kanu und suchte eine neue Welle. Die einzige richtige Begründung dafür scheint, dass dieser Mann die höchste Freude fühlte, während er so schnell und so sanft von der See fortbewegt wurde."
Hopupu
Klarer Fall, der Bursche in seinem Kanu war stoked. (Er selber hätte seinen Zustand auf hawaiianisch als "hopupu" bezeichnet). Eigentlich war das Wellenabreiten im Kanu vor tausenden von Jahren ein Trick der Fischer, um möglichst schnell zum Strand zu gelangen. Besonders die Polynesier hatten sich durch ihre Wanderungen mit Outrigger Kanus und doppelrümpfigen Kanus ein immenses Wissen über den Ozean angesammelt und nutzten so auch die Kraft der Wellen mit ihren Kanus. Aus der Not irgendwie mit dem Ozean klarkommen zu müssen, entwickelte sich ein Sport: Surfen. Was für Cook 1777 vollkommen neu war, war für die Polynesier schon Tradition. Heute schätzt man, dass es die ersten (Body)Surfer vor etwa 4000 Jahren gegeben hat. Zwischen 1500 vor Christus und 400 nach Christus gab es in Polynesien die ersten stehenden Surfer. Während (Body)Surfen generell im ganzen Polynesischen Raum verbreitet war, war Boardsurfing in einem Dreieck zwischen Hawaii, Rapa Nui (Osterinseln) und Aotearea (Neuseeland) am weitesten entwickelt.
Ein Surfboard: 7,2 m lang, 70 kg schwer
Allerdings waren dies nicht die einzigen Surfer auf dem Globus. In Peru surfte man auf Papyrusballen und vom mittleren Westafrika berichtete Sir James Edward Alexander 1835 von Kindern die bäuchlings auf kleinen Holzbrettern Wellen abritten. Das Zentrum der Surfentwicklung war aber Polynesien und besonders Hawaii. Nur hier wurden auch sehr grosse Bretter benutzt, auf denen die Surfer stehend die Wellen abritten. Auf Hawaii gab es damals schon verschiedenste papa he'e nalu (Boards):
Das Paipo, ein 60 bis 180 cm lange Bodyboard.
Das Alaia, ein mindestens 240 cm langes, flaches Board, das für steil brechende Wellen geeignet war.
Das Kiko'o, das zwischen 340 und 540 cm lang war.
Das Olo, das zwischen 540 und 720 cm lang war und der Ali'i, der hawaiianischen Regierungsschicht (Chiefs) vorbehalten war. Ein solches Board wog um die 70 Kilo, war konvex und beide Seiten wurden genutzt!
Die Shaper und ein roter Fisch namens Kumu
Der eigentliche Surfbrettbau war auf Hawaii mit Riten verbunden. Ein Hawaiianer beschrieb das im späten 19. Jahrhundert so: "Für die Auswahl eines geeigneten Baums wurde ein roter Fisch namens Kumu beschafft und am Baumstamm abgelegt. Der Baum wurde gefällt, nachdem ein Loch bei den Wurzeln gegraben wurde und der Fisch mit einem Gebet dort hinein gelegt wurde." Mit Steinen und Knochen wurde der Baum geshaped. Korallen und ein rauher Stein namens Oahi wurden benutzt, um das Board zu schmirgeln. Mit einer Sud aus gekochten Kukui Wurzeln und Nüssen wurde das Holz schließlich gebeizt und imprägniert. Der Boardbau war eine äußerst langwierige und anstrengende Aufgabe und das Brett wurde immer nur für die Maße und Vorlieben seines Besitzers gebaut.
Surf now work later
Wellenreiten war für die Hawaiianer äußerst wichtig. Missionar C.S. Steward 1823 erzählt, dass bei einem größeren Swell vor Lahainas Küste hunderte von Hawaiianern surften. Der Missionar Ellis (Big Island, Hawaii) beschrieb, dass bei einem unerwartet auftretenden Swell ganze Dörfer leerstanden und tägliche Aufgaben wie Fischen und Feldarbeit liegenblieben, während Männer, Frauen und Kinder surften. Surfspots, bei denen sich heute Amerikaner und Europäer als Entdecker rühmen, waren den Hawaiianern natürlich bekannt. Der Spot am Sunset Beach hieß Pau-malu, Outside Castles - Waikikis größte Welle hieß Ka-lehua-wehe. Einige der Chiefs liessen sich mit dem Kanu zum Lineup bringen, um dann eine einzige Welle bis zum Land abzureiten. Doch dann kamen die Fremden und brachten andere Sitten und vor allem Krankheiten. Um 1900 hatten nur 40.000 Hawaiiner überlebt. Die meisten, die wussten wie man Boards baut, waren tot. Nur einige wenige Surfer auf Oahu, Maui und Kauai waren übrig. Surfen war so gut wie ausgestorben.
Endlich entwickelten einige der Hawaiianer, nach kraftzehrenden Jahren der Unterdrückung, neues Selbstbewußtsein und verwarfen die Wertvorstellungen der Missionare. Gleichzeitig führte die wirtschaftliche Entwicklung zur fortschreitenden Privatisierung der Strände und veranlaßte die Einheimischen dazu, sich zusammenzuschließen. Im Sommer 1907 gründete Alexander Hume Ford die weltweit erste Wellenreit-Organisation, eine Bruderschaft genannt der "Outrigger Canoe and Surfboard Club" (der noch heute als Elite-Club existiert), um gegen die fortschreitende Privatisierung und Bebauung des Strandes vorzugehen. Zusammen gelang es den Hawaiianern ihre Strände und das Privileg "Das Volk zu sein, daß der Menschheit das Surfen brachte" zurückzubekommen.
Sehr großen Einfluß nahmen dabei Persönlichkeiten wie: Duke Kahanamoku, George Freeth, Alexander Hume Ford, Knute Cottrell, Dad Center, Dudie Miller, Lukela "John D" Kaupiko, Jack London...
Frauen wie Mildred Turner und Josephine Pratt gaben dem Wellenreitsport schon damals eine besondere Note.
Erstaunlich war, daß nun auch Weiße anfingen diesen Sport auszuüben, waren doch sie es, die dafür verantwortlich waren, daß im vergangenen Jahrhundert das Wellenreiten fast unterging. Bald war das Nebeneinander von Ureinwohnern und Weißen im "Lineup" alltäglich.
Gegen 1907 war George Freeth der erste, der sich auf seinem Board, einem alten, schweren 4.80m langen Brett, das er von seinem Onkel, einem hawaiianischen Prinzen, geschenkt bekam, wieder aufrichtete und Turns fuhr. Sein Brett steht noch heute im Bernice Pauahi Bishop Museum, in Honolulu.
Alexander Hume Ford gab ab 1907 Wellenreitunterricht. Der berühmteste seiner Schüler war Jack London. Dieser, inspiriert durch seine Erfahrungen, schrieb im Oktober 1907 in einem Artikel im "Royal Sport", Wellenreiten sei "a royal sport for the natural kings of earth". Über seine eigene Wonne beim ersten Wellenritt meinte er: "In Wahrheit wird man von der Welle erfaßt und wie von einer Titanenhand landwärts geschleudert" . Die Veröffentlichungen Londons riefen grosse Begeisterung hervor.
Das Interesse am Wellenreiten war nicht mehr aufzuhalten. Seit 1908 wird in Waikiki wieder jährlich ein "Weihnachtscontest" organisiert.
George Freeth (1883-1919)
Am 31. März 1907 landete die "Ohio", das erste regulär verkehrende Passagierschiff, mit 247 Passagieren von Honolulu kommend, am Festland. Durch diese neue Schiffsverbindung wurde Reisen nach Hawaii einfach und sehr beliebt. Hawaiis Wirtschaft florierte. George Freeth, eingeladen von Henry E. Huntington, um die neue, von Los Angeles nach Redondo Beach verlaufende Eisenbahstrecke zu promoten, kam mit einem der ersten Passagierschiffe aufs Festland. Durch seine Wellenreit-Demonstrationen und zugleich die Artikel von Jack London wurde der Wellenreitsport auf dem Festland verbreitet. Freeth erlangte sehr bald einen hohen Bekanntheitsgrad und wurde zum "Mann der übers Wasser laufen kann" und zum "Father of California Surfing" der auch einer der bekanntesten Rettungsschwimmer seiner Zeit war.
Die Boards
Um 1903 verwendete man noch Bretter, die so lang wie breit waren und eher einem Waschbrett glichen. Mit den Jahren veränderte sich dann die Länge. Bretter bis zu 2.4m Länge wurden verwendet, wenn auch nur von wenigen beherrscht, die dann teils auch in größeren Wellen zurecht kamen. Duke Kahanamoku war 1910 der erste auf einem 3m langen Brett. Damit zeigte er den erste Tandem-Ritt. Zusammen mit einem Jungen namens Akana, dann mit "Leslie Lemon" auf seinen Schultern. Bald sah man drei Leute auf einem Brett. Marion 'Baby' Dowsett, Beatrice Dowsett und Duke beeindruckten ihre Bewunderer. Erst gegen 1924 änderte sich die Länge der Bretter wieder.
"A Royal Sport"
Der Surfsport war für Hawaii zu einer der Hauptattraktionengeworden. Um 1910 vergrößerte sich die Zahl der Beach Boys gleichermaßen mit der Zahl der Touristen, die auf die Insel strömten. Als Jack London 1915 nach Waikiki zurückkehrte war er erstaunt, über die Anzahl der Mitglieder im Outrigger Canoe Club. Es waren bereits 1200 und einige Hundert standen auf der Warteliste. In einer Dekade hatte sich die Wellenreittechnik wieder zu dem Standart entwickelt den sie vor Jahren schon hatte. Eine neue Surfgeneration war geboren und somit der Fortgang dieser Sportart gesichert. Um 1911 konnte man am Wochenende wieder um die 100 Wellenreitbretter in Waikiki zählen
Duke Paoa Kahinu Mokoe Hulikohola Kahanamoku (1890-1968)
Duke wurde am 24.08.1890 geboren, wuchs in Waikiki auf und zählte zu den wenigen noch lebenden Urhawaiianern. Nach alter Tradition taufte man ihn im Meer. Schon in jüngsten Jahren wurde er von seinem Vater und Großvater in einem Outrigger Kanu aufs Meer mitgenommen und dort einfach ins Wasser geworfen. So lernte er schwimmen, ohne Angst vor dem Meer zu haben. Duke und seine sechs Geschwister verbrachten jede freie Minute im Wasser.
Sein Bruder Louis erinnerte sich: "Meine Familie glaubte daran, vom Meer abzustammen und dorthin auch wieder zurückzukehren".
Unter dem "Hau" Baum
Als Teenager ging Duke von der High School ab und begann das Leben eines "Beachboys". Mit Gleichgesinnten traf er sich unter dem "Hau" Baum in Waikiki. Sie gingen wellenreiten, schwammen, reparierten Nezte, sangen und shapten sich Wellenreitbretter. Diese kleine Gruppe prägte den Begriff "Beach Boy".
Bald formten sie den ersten inoffiziellen "Wellenreit Club" genannt "Hui Nalu". Duke, der Beste unter ihnen und Vorbild für alle, wurde zum Führer ernannt. Jahre des Sports formten Duke´s Körper sehr athletisch. In einem Artikel von Timmons konnte man lesen: "Er hatte blendendweiße Zähne, schwarz glänzende Augen und eine schwarze Mähne". Das Meer wurde zu Dukes Heimat. Er zählte zu den Ersten die es wagten, bei einem großen Swell in "Castle´s" ins Wasser zu gehen. Sein Brett hatte er den alten OLO Boards nachgebaut. Mit 4.8 Metern war es größer als alle anderen. Seiner Meinung nach waren große Bretter für große Wellen geeignet. Wenn er eine dieser großen Wellen erwischte hörte man ihn nur noch brüllen "Coming down". Duke lebte sehr traditionsverbunden, sprach bevorzugt hawaiianisch.
Olympisches Gold 1912
1911 wurden die ersten offiziellen Schwimm- und Tauchmeisterschaften der hawaiianischen Amateur-Athletenvereinigung durchgeführt. Duke ging als großer Sieger hervor, brach damit sogar zwei nationale Schwimmrekorde. Die Ergebnisse wurden zum Hauptquartier der Amateur-Athletenvereinigung nach New York telegraphiert. Die dortige Reaktion war nichts als Unglaube. Ein Unbekannter, 21-jähriger sollte solche Höchstleistungen erbracht haben und dies auch noch im Hafenbecken von Waikiki. Die Antwort war: "Was verwendet ihr zum stoppen der Zeit? Wecker? - Oder hatte vielleicht eine Strömung mitgeholfen?" Duke sagte später: "Unser Wasser ist so voller Leben, es ist das schnellste Wasser der Welt, das ist das einzige was unser Wasser beeinflußt".
1 Jahr darauf fuhr Duke aufs Festland und überraschte Freunde des Schwimmsports mit seiner Technik die er von australischen Besuchern der Hawaii Inseln gelernt hatte. Sein Spitzname war bald "der menschliche Fisch". 1912 gewann er seine erste Olympische Goldmedaille, in Stockholm.
Wieder auf Hawaii fragte er sich plötzlich nach dem Sinn in seinem Leben. Er war nun 22 und alles was er wußte bezog sich auf das Meer. Er ging daran sich einen Job zu suchen, fand aber jahrelang kein Glück darin. Duke liebte es zu reisen. Er nahm viele Wettkampfeinladungen an und wurde zum inoffiziellen Bootschafter für Hawaii und das Wellenreiten. Darin fand er schließlich "seinen Sinn des Lebens". Bei jedem Wettkampf versuchte er nach Möglichkeit auch Wellenreitvorführungen zu geben. So leistete er einen immensen Beitrag, das Wellenreiten außerhalb Hawaiis bekannt zu machen.
Dukes olympische Erfolge, seine Wellenreitvorführungen und nicht zuletzt sein gutes Aussehen weckten das Interesse Hollywoods. Er glänzte in sieben Rollen. 1948 spielte er mit John Wayne in "The Wake of the Red Witch" und verkörperte dabei erstmals einen Polynesier.
Dukes Wellenreitbrett wird zum Strand gebracht
Duke erobert Australien
1914 wurde Duke vom "South Walse" Schwimmverein eingeladen. Nachdem er in Australien seinen eigenen Weltrekord im 100m Freestyle gebrochen hatte (53.8 Sek.), gab er am 23. Dezember seine erste Wellenreitdemonstration an der "Freshwater Beach" bei Sydney. Drei Stunden lang zeigte er alle Tricks die er kannte, einschließlich Kopfstand und einem Tandemritt mit einer Einheimischen. Die riesige Menschenmenge war begeistert, um so mehr, da die Australier erst vor kurzem das Recht, auch tagsüber im Meer baden zu dürfen, zugestanden bekamen. Das Feuer war entfacht! Von nun an entwickelte sich auch in ihrem Land eine einzigartige Wellenreitkultur.
Duke kam damals ohne Board nach Australien und baute sich vor Ort eines aus Kiefernholz. Lifeguards wollten ihn ersts gar nicht aufs Meer lassen, da es vor der Küste viele menschenfressende Haie gab. Duke meinte nur: "Die belästigen mich nicht und ich sie auch nicht!" und ging aufs Wasser.
Bevor Duke 1915 Australien wieder verließ, zeigte er Interessierten wie Boards geshaped werden.
Duke während seiner Glanzzeit
Jahre im Olympiafieber
Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs wurde von 1916 bis 1919 keine Olympiade durchgeführt. Während dieser Zeit bildete Duke Angehörige des amerikanischen Roten Kreuzes zu Rettungsschwimmern aus.
Bei der nächsten Olympiade in Antwerpen 1920 nahm man an, dass Duke mit 30 zu alt für Rekorde sei. Weit gefehlt! Er überbot sogar seinen alten Rekord im 100m Sprint mit einer Zeit von 60.4 Sekunden. Erst zur Olympiade in Paris 1924 wurde er von Johnny Weismuller, der später Tarzan verkörperte, geschlagen. 1932, mit 42 Jahren, qualifizierte er sich das letze mal für eine Olympiade - im Wasser Polo. "I wanted to see if I could still swim," sagte Duke nach den Spielen "I didn't do too well... (but) I guess you begin to slow down a little when you get around 40."
Danach nahm er an keinen Wettkämpfen mehr teil. Es galt für ihn wieder ein Leben "an Land zu führen". Erst leitete er zwei Tankstellen und meinte nur: "It was something to do." 1936 ging er in die Politik und wurde in das Büro des "Sheriffs" der Stadt und Gemeinde von Honolulu gewählt.
Seit 1918 spielte Duke mit dem Gedanken, das Wellenreiten als olympische Disziplin einzuführen.
Duke - ein Symbol für Hawaii
1955 bis 1968
Auch in späteren Jahren reiste Duke immer wieder durch die USA als ein "Symbol Hawaiis". Man vergaß schnell seinen schweren Herzinfarkt von 1955. 1962 traf er in seiner Heimat John F. Kennedy.
Duke war der erste, der in die "Hall of Fame" der Schwimmer und Wellenreiter in Santa Monica eingeführt und dort geehrt wurde. Internationale Wellenreitwettbewerbe wurden ihm gewidmet und auf viele Veranstaltungen wurde er als Ehrengast geladen. Im Dezember 1965 fanden in Oahu an der Sunset Beach die ersten internationalen Duke Kahanamoku Wellenreitmeisterschaften statt. Nur die 24 besten Wellenreiter der Welt waren eingeladen. CBS übertug diesen ersten professionellen Contest in radikalem Wellenreiten mit einer Einschaltquote von 40 bis 50 Millionen. Diese Fernsehproduktion wurde für einen Emmy Award nominiert.
Von Duke schreibt man, dass er sich niemals geändert hat. Wie der Diamond Head oder Waikiki Beach war der Duke immer da, immer er selbst, immer der Duke. Er war der "Menschliche Fisch", der "Vater des Wellenreitens", ein Synonym der Beachboys.
Duke würde sagen: "Don´t talk - keep it in your heart"
Er starb am 22. Januar 1968.
Jahre der Veränderung
In der Zeit zwischen dem Ersten und den Zweiten Weltkrieg gab es die ersten Änderungen im Bereich Technik und Design seit der Entwicklung des traditionell hawaiianischen Wellenreitbretts. Tom Blake experimentierte mit den "Hollow Boards", Chuck Allen mit "Balsa/Redwood Boards", John Kelly und Wally Froiseth mit den "V Tail Boards". Gegen 1928 kopierte Tom Blake ein altes ca. 60 kg schweres OLO-Board. Mit der Idee es vollständig zu trocknen, bohrte er hunderte von Löchern hinein. Danach laminierte er die Ober- und Unterseite mit Sperrholz. Fertig war sein 5.3m langes Brett. Durch die veränderte Bauweise waren die Bretter etwas leichter geworden und ermöglichten es nun viel mehr Menschen damit umzugehen. 1930 ließ sich Tom Blake die Hollow-Bauweise patentieren. Die Bretter wurden bald noch länger, noch leichter und noch schmäler, bis sie 10 Jahre später wieder von Redwood-Brettern abgelöst wurden. Sie verschwanden aber nicht vollständig. Noch heute zählen sie zur Standardausrüstung eines Lebensretters.
Zeitungen berichten über die Ankunft der U.S. Lebensretter in Australien
Australische Wellenreit-Clubs
In Kalifornien wurde 1928 die erste Meisterschaft im Wellenreiten veranstaltet. Auf Hawaii waren Wettkämpfe seit Anbeginn ein Teil der lange zurückreichenden Tradition. Auch Australien war Nordamerika in dieser Beziehung voraus, obwohl ihre Veranstaltungen eine andere Bedeutung hatten. Immer wurden sie in Verbindung mit Lebensrettung gesehen. Von 1919 bis 1950 wurde sowohl in Australien als auch in Neuseeland das Wellenreiten von den Lifeguards dominiert. Fast jeder Wellenreiter war aktives Mitglied eines Lebensrettungs-Clubs. In Amerika gab es nur professionell arbeitende Lebensretter. Das Wellenreiten diente einzig und allein dem Privatvergnügen.
Die Sly Brüder begannen noch vor dem Wellenreitboom die Lebensrettung mit normalen Fischerbooten. Walter Biddell war der erste, der die Boote für Rettungszwecke umgestaltete. Erst 1915 brachte Duke die Kunst des Wellenreitens in ihr Land. Claude West war Australiens erster Wellenreitmeister und oft mit seinem Wellenreitbrett zur Stelle, um Ertrinkende zu retten. Obwohl die Wellenreit-Lebensretter-Gemeinschaft erst vor Rettungsaktionen mit Boards warnte, wurden diese nach der Erfindung der Hollow Boards zum gängigsten Hilfsmittel. Zwischen 1939 und 1940 zählte die Wellenreit-Lebensretter-Gemeinschaft 10.000 Mitglieder.
Pete Peterson mit einem Blake Board
Südkalifornische Wellenreitmeisterschaften, 1928-41
1928, im Jahr des großen Börsenzusammenbruchs, wurde die erste Wellenreitmeisterschaft in großem Rahmen ausgetragen. Eingeladen waren die größten der Großen wie Duke Kahanamoku, Tom Blake, Gerrard und Art Vultee, Rusty Williams, und viele mehr. Die Zuschauerbegeisterung war grenzenlos. Tom Blake stellte hier erstmals sein Hollow Board vor, welches mit über 5 m länger und mit ca. 60 kg größer, aber zugleich leichter war, als all die anderen. Sein neuer Boardshape "Blakes Zigarre" wurde erst belächelt. Doch er gewann spielend und holte sich die Trophäe. Die leichteren Blake-Style Bretter lösten einen neuen Trend aus. Nach 1930 gelang es Blake mit 35 bis 50 kg noch leichtere Bretter herzustellen. Problematisch waren allerdings noch die Steuerung sowie die Stabilität der Bretter, die immer noch vorne und hinten ausbrachen und zudem sehr schwerfällig reagierten. Tom Blake fand eine Lösung. 1934 fixierte er an einem Brett eine Finne. Diese machte das Brett manövrierfähiger und gab gleichzeitig Stabilität. Nun konnte man mittels Kantenbelastung, ohne den Fuß ins Wasser zu stecken, das Brett steuern. Zur damaligen Zeit konnte man sich ein "Ultraleichtbrett" zu einem Materialwert von $ 5 bauen.
Pete und Whitey (Peterson und Lorrin Harrison)
Florida, 1932-36
Gauldin Reed und Dudley und Bill Whitman waren 1932 die ersten Wellenreiter in Florida; damals aber noch mit einer Art Bodyboard. Als John Smith und Babe Braithwait aus Virginia Beach mit ihren 3,3m Redwood Brettern auftauchten, sorgten sie für Staunen. Bill baute in Florida sogleich das erste Brett nach hawaiianischem Vorbild aus Pinienholz. Sein Bruder Dudley baute mit 14 Jahren, als erster in Florida, ein Hollow Board. Er rundete allerdings die Ecken stärker ab, s o dass sie dem heutigen Shape viel ähnlicher wurden. Zusammengehalten wurde das Brett durch kleine Holzpflöcke, während alle anderen Nägel verwendeten. Später wurden die Whitman-Brüder Mitglieder im Outrigger Canoe Club und ließen sich ihre Unterwasserkamera patentieren.
Bud Browne in Makaha Beach, 1962
Bud Browne & Doc Ball
Beide zählen zu den Pionieren, die das Wellenreiten auf Bildern oder Filmen festgehalten haben. Schon 1935 publizierte der National Geographic ausgezeichnete Aufnahmen von Wellenreitern in Waikiki, aufgenommen von "Doc" John Ball. Er selbst publizierte 1946 erstmals eine Fotokollektion des Wellenreitens und drehte als erster einen 16mm Film "California Surfriders". Mit einer Kodak Autographic Kamera paddelte er aufs Meer und machte Nahaufnahmen. Er war der Ansel Adams der Wellenreit-Fotografie. Sein Fotomaterial reicht aus, um die Zeit ab ca. 1930 zu dokumentieren. Bud Browne vermarktete seine "Hawaiian Surfing Movies" ab 1953.
San Onofre, Kaliforniens Wellenreitmekka
San Onofre
Das Auto hatte seinen Vormarsch angetreten. Vielen Wellenreitern war es jetzt möglich neue Strände zu erkunden. Zugleich war dies auch die Ära der Big Bands. Die Kultband "The Beach Boys" begeisterte ihre Fans mit dem Album "Surfin' Safari". Wellenreiter entdeckten neue Reviere, tanzten begeistert zu Big Band Klängen und schliefen am Strand, jederzeit bereit weiterzuziehen. San Onofre wurde das Wellenreitmekka Südkaliforniens. Freitag und Samstag Nacht wurde gefeiert und getanzt; es wurden Drogen genommen und viel getrunken. Doch kaum ging Sonntags die Sonne auf, waren die Wellenreiter auf dem Wasser. Bill Muller sagte einmal: "Zu unserer Zeit gab es nocht nichts Vergleichbares wie Wetsuites. Wenn es richtig kalt war zogen wir wollene Navy Unterwäsche an. Wenn man draußen auf dem Brett saß und es richtig kalt wurde, zog man das Oberteil aus, drückte das Wasser raus und zog es wieder an. So wurde einem gleich wieder warm. Fiel man allerdings ins Wasser meinte man ertrinken zu müssen, da die vollgesogene Wolle sehr schwer wurde und in die Tiefe zog. Bis zu einer Stunde konnte man so auf dem Wasser bleiben, kam dann an Land und wärmte sich am Feuer wieder auf".
Die "Hot Curl Crew" in Makaha
"Hot Curl"
1934 waren John Kelly, Fran Heath und Wally Froiseth, nach mißratenen Ritten in Brown´s Surf (gegenüber Diamond Head) auf die Idee gekommen, die Tails Ihrer Bretter abzuschneiden. Das Ergebnis war unglaublich. Es konnten einfache Turns gefahren werden, ohne dass das Brett unkontrolliert rutschte. Es wurde "hot curl" genannt weil es radikaleres und schnelleres Wellenreiten ermöglichte.
Wally Froiseth versuchte Jahre später bei seinem Balsa/Redwood Tandem ein V in das Pintail zu schneiden. Dieses Experiment war aber nicht zufriedenstellend, da das Heck noch zu dick war. Es hatte zu viel Auftrieb und war dadurch nur schwer zu steuern.
(Text: Wavetours)