Wavetours Blog

Reisebericht ELA: Surfing Mama India – Von indischen close-out Barrels und perfekten secret spots

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image-7Auch wenn ich meine letzten Winter gern in wellenreichen Gefilden wie Mexico und El Salvador verbracht hatte, war ich 2014 endlich bereit – mich Mama India – dem Land der Saris, der orientalischen Düfte und vor allem des Ursprungs und der Heimat des Yoga zu stellen. Es ist die erste lange Reise für mich, die kein reiner Surftrip, sondern eher yogisch motiviert ist. In ein paar Tagen beginnt hier in Goa meine Fortbildung zur Ashtanga Yoga Lehrerin und ich freue mich schon darauf fünf Wochen lang ein image-2super „spießiges“ ayurvedisch-yogisches Leben zu leben, selbst Schülerin zu sein und mit richtig guten Yogis weiterlernen zu können. Dennoch war ein Teil von mir rastlos auf der Suche: Es musste doch irgendwo in Indien surfbare Wellen geben…

…Ich erinnerte mich immer wieder an die Geschichten eines guten Freundes, der vor zwei Jahren in Indien war, und von unglaublichen Wellen schwärmte. Angeblich gäbe es Surfspots image-3in Kerala, nur knapp 1000 km von Goa entfernt. Für schlappe 700 Rupis (9 Euro) kommt man mit dem Zug innerhalb von 17 Stunden dorthin. Wie ich in Indien lerne, sind die spontanen Bauchentscheidungen für mich immer die Besten. Ich buchte ein Ticket für den nächsten Tag und gleich zu Beginn stand der Trip unter einem guten Stern. In der „Lady’s Waiting Hall“ am Bahnhof in Margao, Goa, wartete ich auf meinen Zug als mich die indischen Frauen anstarten und sich über meine abgetragenen image-6Hippie Klamotten amüsierten, die man so in der Hippie-Hippster Hauptstadt Arambol, wo ich einen Monat lang lebte, trug. Ich musste lachen, denn sie hatten schon recht, ich sah wirklich nicht reisetauglich aus, besonders als blonde Frau, die in Indien zum ersten Mal nachts Zug fahren wollte. Kein Problem, innerhalb von 30 Minuten bekam ich ein komplettes Make-Over, und einen neuen Sari für 200 Rupis (2,5 Euro). Ich liebe diese Herzlichkeit und Spontanität der Menschen hier, die so offen sind, auch wenn sie image-5dich nicht kennen.

In Kovalam angekommen empfing mich dann Varghees, ein Local Surfer, mit dem ich über Facebook vernetzt worden war. Er organisierte mir ein günstiges Zimmer und stattete mich mit Surfboard und Co aus. Die Wellen in Kovalam sind wirklich nicht zu vergleichen mit all den richtig guten Beachbreaks, die ich in meinem Leben schon gesurft bin. Schnell und heftig triffts es in den meisten Fällen ganz gut. Es sind eher image-1Close-Out Barrels, turbulare Wellen, die eigentlich keine Wellenschulter haben, auf der man surfen könnte, sondern Wellen, die sich auf gesamter Linie komplett überschlagen und dich „auffressen“ und ins Wellental schmeißen. Selbst wenn sie gerade mal schulter- bis kopfhoch sind, haben diese Wellen eine irre Kraft. Ich lernte also wieder, mich in diese Impossibles zu schmeißen, mich mit den image-4schnellen und steilen Wellen vertraut zu machen und immer mal wieder ein paar gute „Wipe-Outs“ wegzustecken.

Ich liebe es mit Varghees, Anson und den anderen Locals hier vom Surfclub abzuhängen, Parotha (indisches Brot) und Curries mit den Händen zu essen, surfen zu gehen oder auf dem Dach vom Surfclub mit dem Handy und ein paar Boxen auf dem Boden sitzend und später imagetanzend, Partys zu feiern. Sie lachen einfach über alles und ob ihr’s glaubt oder nicht, die Inder hier tanzen bisher von allen Nationen am besten. Okay, sie lieben diesen Südkorea „Gangnam Style“ Sound und gehen (immer noch) zu Ricky Martin ab, aber sie bewegen sich wirklich smooth und rasten tänzerisch einfach völlig aus.
An meinem letzten Morgen in Kovalam sollte ich dann doch noch meine besten indischen Wellen surfen dürfen. Varghees, Anson und ich fuhren mit Dan, einem israelischen Surfer, mit der Ricksha circa 30 Minuten weiter in den Süden von Kerala. Ich kann euch leider nicht verraten wie dieser Spot heißt, an dem wir an diesem Morgen surften. Als wir morgens um 7 Uhr an diesem verschlafenen Fischerort ankamen, noch kurz vorm Surf einen Chai tranken und dann mit unseren Boards Richtung Flussmündung liefen, dachte keiner von uns daran wirklich noch so wundervolle Lefthander zu surfen. Magic Seaweed sagte uns 1-2 Fuß bei einer 12er Periode an. Weil in diesem Dorf keiner surft, schauten uns die  Local Fisherman ganz schön schräg an, als diese gerade von ihrer Nachtschicht mit frischen Fisch das Land ansteuerten.

Wir sprangen alle vier ins Wasser und surften eine perfekte schulterhohe 50 Meter lange Left nach der anderen. Das Wasser war so warm und glassy, die Sonne ging hinter den Backwaters auf und der Himmel spielte mit den abgefahrensten Farbkombinationen. Wir surften den ganzen Morgen bis irgendwann Dan’s Leash riss und er ab da nur noch mit seiner Go Pro vom Land aus diese Fotos schoss. Varghees, der natürlich die schnellen steilen Wellen aus Kovalam gewohnt war, holte sich noch ein kleines „Cover-Up“ und wir wurden nach drei Stunden doch noch mit ein paar größeren Sets belohnt.

Indien hat wellentechnisch wirklich was zu bieten, wenn man weiß wo man suchen muss. Ich liebe dieses Land für seine Wärme, das offene Herz der indischen Leute und Surfer, aber auch die Weisheit dieser Menschen, die die Wertschätzung in all den kleinen Dingen des Lebens erkennen und jeden Augenblick zelebrieren. Danke Mama India für diese Surfexperience!

Ich freue mich jetzt schon auf den Sommer mit Wavetours in Frankreich, auf gute Surf- und Yogasessions mit euch in Vieux Boucau!!! Kommt vorbei! Love, Peace and Namaste!

Enjoy und bis bald

Eure Ela