Wavetours Blog

Mit dem Auto auf die Kanaren…

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IMG_21691. Dezember: Von Köln bis zu Clandestino in Famara auf Lanzarote

Keiner aus meinem weiteren (Facebook) Bekanntenkreis konnte mir Tipps zu dem Trip geben „… wieso fliegt ihr nicht einfach?“ war der einzige Hinweis den wir erhielten.

Sieben Surfbretter, Longboards, Kingsize Decke, Drucker, Ordner und Maultaschen mussten ja irgendwo untergebracht IMG_2173werden. Außerdem will man auf den Kanaren auf jeden Fall mobil sein, um die vielen Spots der Insel zu erreichen.

Google Maps zeigte zwei Routen: Entlang dem Atlantik (2248km) oder Mittelmeer (2457km).

Da man die Strecke nach Südfrankreich trotz Navi-Blindheit schon auswendig kennt, entschieden wir uns für die Fahrt über Barcelona nach Cadiz, wo die Fähre in 3 Tagen IMG_2177ablegen würde.

Die Temperaturanzeige stieg pro 500 km um ca. 5°C und die Sonne ließ die Orangenplantagen in Spanien wie aus dem Bilderbuch, mit weißen Gebirgen im Hintergrund, erstrahlen. Ein Stop lohnt sich auf jeden Fall! Noch nie haben Orangen so frisch geschmeckt!

Es lohnt sich die Fahrt entspannt anzugehen, nur tagsüber zu fahren und nachts ein IMG_2184gemütliches Hostel in einem der historischen spanischen Städte anzufahren. In Cadiz sollte man einen halben Tag einplanen und die Thrombose damit bekämpfen, durch die schöne alte Stadt zu laufen, Tapas zu essen oder Café an einem urigen Platz in der Altstadt zu trinken. Denn nach den knapp 2500km steht noch der Endgegner an: 31h auf hoher See.

Tipp zum Fährticket: Vor Ort ist das Ticket ca. 120 € billiger und auch die Kabine kostet nur IMG_2191die Hälfte!

23:00 Uhr, angekommen am Hafen in Arrecife auf Lanzarote, sind es nur ca. 20 Minuten in die Surfhochburg Famara, an der Westküste der Insel. Dort wurden wir freundlich von Jon empfangen, der gerade seine neue Surf Bar aufräumte. Der in Spanien geborene Deutsche hat vor 3 Jahren seine Surfschule Clandestino Surf Adventure in Famara aufgemacht, wobei seine Kunden in einem 200m² Surfhouse unweit IMG_2211vom Strand unterkommen können. Die letzten 8 Monate hat er mit seiner Freundin Nathalie nun auch noch eine Bar/Restaurant und einen Surfshop aufgemacht. Dabei haben die beiden zusammen mit ihrem Surflehrer Johnny die komplette Lokalität eigenhändig restauriert und renoviert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Die Bar ist schon ab 7 Uhr morgens Dreh- und Angelpunkt für Café, Wifi und den heißen Tipp für den besten Spot des Tages. Abends gibt es Essen à  la Carte, ASP Events auf IMG_2212Großleinwand, Flipper, Billard und Livemusic.

Wir kamen in Jon’s neuem Surfhouse unter, das einem direkt das Gefühl von lässiger, kanarischer Surf WG vermittelt. Eine offene Küche zum gemütlichen Wohnzimmer mit TV & Medienspaß, einem großen Bad und 3 Räumlichkeiten für insgesamt 8 Leute.

Die Surfschule ist neben dem Deutschen Wellenreitverband auch vom spanischen IMG_2213Verband lizensiert. Die Surflehrer haben die internationale Surflehrer Ausbildung ISA und geschult wird nach neusten Standards ausschließlich mit Softboards.

Der kleine Ort Famara ist ein Surferdorf bei dem jeder auf seine Kosten kommt. Am langen Sandstrand gibt es Beachbreaks für Anfänger aber auch krasse Beachbreakbarrels! Am Hafen bricht eine sensationelle A-Frame Welle und am Ende des Ortes wartet ein gewaltiger IMG_2214Linkshänder Pointbreak auf euch, bei dem eurer Take Off allerdings sicher sein sollte –> scharfes Riff! Sollte es hier zu groß sein oder Wind onshore blasen, fahrt ihr einfach an die Ostküste. Apropos Fahren, Mietautos kosten hier nur ca. 20€ inkl. Vollkasko am Tag. Sollte man sich auf jeden Fall besorgen, um auch den Rest der Insel zu erkunden. Es gibt zahlreiche Traumstrände und Buchten, weshalb Lanzarote bei Werbeproduktionen auch sehr beliebt ist.

Foto 2Wer nicht gerade mit dem Auto auf die Kanaren fährt, bekommt bei Ryanair Flüge bereits für unter 100 € und die günstigsten Mietautos gibt’s meist bei www.billiger-mietwagen.de.

Die wellenreichste Reisezeit für die Kanaren ist von Oktober bis April. Das Wetter ist bekanntlich ganzjährig sehr konstant, so dass ihr z.B. den Silvestertag bei 25° C in Boardshorts verbringen könnt und an sehr warmen Tagen sogar keinen Neo braucht.

Der Vorteil mit dem eigenen Auto hier zu sein ist auch der, auf die anderen Inseln übersetzen zu können. Das darf man nämlich mit Mietautos meist nicht oder nur gegen einen Aufpreis.

Wer also etwas Zeit hat, sollte diesen Trip auf jeden Fall einmal angehen und im Winter an Europas Northshore flüchten!

Wir sehen uns im Sommer in Frankreich.

Euer Phil

Mehr Infos zum Camp auf Lanzarote gibt es hier.