Wavetours Blog

Huch, ein Haus?!

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„Tschuuuu, heavy…“ Viel mehr dürfte den meisten morgens beim ersten Blick auf die dicken Setwellen, die wie Hammer auf Amboss auf die Contestbank ballern, nicht eingefallen sein. Die Opening Night mit DJ Will Gee und die Secret Party von Sick of Winter noch im Nacken, aber trotzdem kribbelig ohne Ende mit nix als Wettkampf im Kopf stehen die Jungs, die jetzt die ersten Heats in der Klasse Open Men surfen sollen, oben auf der Düne und sondieren die Bedingungen. Ole Lietz bringt es auf den Punkt: „In der Outside laufen Barrels, da passen LKWs durch.“

Ole Lietz (c)Martin Ried
Der Swell bringt auch den weltberühmten südfranzösischen Shorebreak und ebenso starke wie unberechenbare Strömungen mit sich, die einem wohlgenährten Schwimmer nur Dank Favorit Paul Günther nicht zum Verhängnis werden. Als Günther während eines laufenden Heats in die Contestzone surft, ist die Empörung zunächst groß. adh-Open Contest Director Thomas Schmidt erwägt sogar kurz eine Disqualifizierung wegen respektlosen Verhaltens. Aber Günther hat tatsächlich Gründe sich mitten in der Impactzone zu platzieren: ein deutscher Tourist hat die Bedingungen vollkommen unter- und sich selbst hart überschätzt und der Atlantik hat gewonnen. Paul kann dem Mann aus dem Wasser helfen und am Strand an Thomas Schmidt übergeben. Und welche alte Surferlektion lernen wir aus dieser Geschichte? Never turn your back on the ocean.

LKWsDas scheinen Contestteilnehmer und Eventbesucher definitiv schon mal gehört zu haben, denn sowohl der Wettkampf als auch der dazu gehörende Strandtag wie aus dem Bilderbuch sind danach ohne weitere Zwischenfälle unfallfrei über die Bühne gegangen. Einzig beim Freesurfen kam es abends zu einer kleineren Verletzung – ein Mädchen hat sich beim Sunsetsurf auf der letzten Welle des Tages das Knie verdreht. Zum Glück war adh-Open Eventarzt Dr. Tesch, Vater von Contestteilnehmer Alex, schnell zu Stelle. Danke, Dr. Tesch und gute Besserung, Antonia!

Während am Strand der Contest in vollem Gange ist, bereitet das adh-Open Eventteam in der Eventlocation das Abendprogramm vor  und da wird einiges geboten! Neben dem Surfflohmarkt, bei dem alle Studenten ihre eigenen mitgebrachten Sachen anbieten können, haben zum Beispiel auch die deutschen Indie Surf Label Lets Go Surfing Clothing und Sick of Winter ihren Stuff aufgebaut. Beide Labels sind auf dem Eventgelände außerdem während der gesamten Woche mit eigenen Embassys vertreten. Die Parties im Sick of Winter Haus sind schon nach Tag eins legendär – man ist gespannt, wen die Jungs zum Auflegen noch so einfliegen lassen. Der Pop Up Store von LGSC, Frittboards und Wavetours direkt am Eingang der Anlage ist Meeting Point, Art Gallery und Coffee Bar in einem.

FlohmarktBeim Surfflohmarkt wird gehandelt, verschenkt und getauscht, was das Zeug hält. Contestteilnehmerin Janne, die während der Semesterferien als Surflehrerin in Le Pin Sec arbeitet hat viel Glück beim Surfflohmarkt und kann ihr Shortboard gegen ein Minimal im Funshape eintauschen: „Das ist supergut für mich. Es ist eine schöne Ergänzung zu meinem Quiver. Vielleicht verkaufe ich es am Ende der Saison sogar weiter. Es ist ein tolles Anfängerbrett.“ Tauschpartner Moritz zieht glücklich mit seinem ersten Shortboard von dannen.

 

Richart in Tights

 

Stilecht musikalisch untermalt wird der Flohmarkt vom Singer-Songwriter-Duo „Richart in Tights“, bevor mit einer Lesung aus dem Surfroman „Boarderlines“ zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen wird. Niemand versteht es besser als Autor Andreas Brendt, Geschichten vom Reisen, von nahen und fernen Wellen und vom Leben unterwegs zu erzählen.

Andreas Brendt