Wavetours Blog

adh-Open 2014 presented by Firefly – Reportage – Roadies

/ , ,

BEST BOYS IN TOWN

„Mein erster Frankreichmoment dieses Jahr? Du meinst diesen Augenblick, wenn man irgendwo sitzt und der Himmel ist rosa und du hörst von weitem das Meer rauschen? Und endlich mal Ruhe? Den hatte ich erst am Mittwochabend kurz vor der Party.“ Junis kratzt sich am Kopf. Der schlaksige, große Wavetours Mitarbeiter ist verlegen, wenn er so plötzlich im Mittelpunkt steht. Das ist er nicht gewohnt. Genau wie seine drei Kollegen Thomas, Hannes und Tobi. Unauffällig sind die Jungs. Im Getümmel der Studenten und vielen Helfer in den grünen Event T-Shirts bemerkt man an ihnen erst mal nichts Besonderes.

Team Task Force mit Generator
Wenn man die vier eine Weile beobachtet, dann fällt die Sparsamkeit ihrer Bewegungen ins Auge. Sie strahlen Besonnenheit aus. Kein Wort zu viel, die Jungs verständigen sich ernst und mit verschworenen Blicken. Wenn sie leise miteinander sprechen, hellen sich ihre Mienen manchmal auf und dem ein oder anderen fällt überraschend ein verschmitztes Grinsen aus dem Gesicht.

Es ist Freitag. Thomas, Tobi, Hannes und Junis sitzen mit uns im Schatten auf der Holzterrasse des Mediabungalows. Hannes trinkt in großen Schlucken aus einer Wasserflasche. Die vergangene Woche hat in ihren Gesichtern Spuren hinterlassen. Sie sehen müde aus. „Wir bauen halt beim Contest das ganze Zeug am Strand morgens auf und abends wieder ab. Unser Job hat dieses Jahr gar keinen offiziellen Namen. Wir sind mehr so Team Task Force. Die Roadcrew halt“, erzählt Junis. Was Junis da so lapidar beschreibt, ist körperliche Schwerstarbeit.

Team Task Force
Jeden Morgen um halb sechs klingelt der Wecker. Es dämmert schon. Die Luft ist frisch. Es geht noch mal schnell zum Lager und dann an den Strand. Tische. Bänke. Zelte. Banner. Fahnen. Absperrgitter. Jede Menge Technik und der Generator. Dieser miese kleine.. Mehr als sieben Tonnen reines Material sind es insgesamt, die die Jungs jeden Morgen und jeden Abend mit bloßen Händen und reiner Muskelkraft bewegen. Am Nord- und Südstrand bauen sie zwei Judgepodien auf, an denen mit Judges, Technikcrew, Contest Direktion, Fotografen und Filmern tagsüber während des Contests mehr als vierzig Leute arbeiten. Den Platz dazwischen nutzen sie für das Moderationszelt mit PA, die Riders Area, die Sponsorenwand und den Pressebereich, das Beachvolleyballfeld und die Slackline.

Junis und die Jungs sind viel zu bescheiden, wenn sie ihre Arbeit beschreiben.

Die Contestarea ist riesig. Dutzende Beachflags säumen den fast 2 km langen Strandabschnitt zwischen dem Hauptpodium im Norden der Contestbank und dem kleineren Südpodium. In der Riders Area herrscht ein emsiges Treiben. 170 Surfer gehen am ersten Tag an den Start. Der Strand sieht mit den tausend Zuschauern aus wie ein bunter Flickenteppich. Hunderte von Handtüchern, dazu Rucksackburgen auf Picknickdecken und Surfboards in allen Shapes und Farben.

Tobi-Junis-Thomas

(von links: Tobi, Junis, Thomas, Hannes nicht im Bild)

 

Wie sie das jeden Tag schaffen? Die anderen drei sehen Junis erwartungsvoll an. Hannes kann sich das Lächeln nicht verkneifen. Thomas lacht. „Los! Sag es schon!“, kommt es unisono von Tobi und Thomas. „Na gut. Ich bin der Chef hier.“ Hannes, Thomas und Tobi sind zum ersten Mal Teil der Aufbaucrew, Junis kennt alles schon von den adh 2013, deshalb ist er der stille Anführer der vier. Er entscheidet ruhig über die Abläufe, hat eine Idee, wo man noch ein Päckchen Schrauben auftreiben kann und wie man die kleinen blauen Zelte mit zwei Handgriffen weniger aufbaut. „Niemand bei Wavetours weiß alles!“ sagt Tobi – nur Junis ist davon stillschweigend ausgenommen.

Die adh. Der größte deutsche Surfcontest. Undenkbar ohne Junis, Tobi, Hannes und Thomas. Danke.“