Wavetours Blog

Das waren die adh-Open 2014 presented by Firefly

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1000 Wellen, 1000 Surfer. Statistisch betrachtet für jeden eine Welle. Stimmt natürlich nicht. Es ist wie beim Abendessen im Surfcamp. Manche holen sich mehr als ein Schnitzel ab. Dieses Jahr ist in Seignosse aber niemand hungrig vom reich gedeckten Tisch aufgestanden. Frankreich hat uns letztes Jahr hart rangenommen und dafür dieses Jahr mit Zückerchen verwöhnt. Die Wellenbedingungen beim Contest? Verflucht anspruchsvoll. Die Wellenbedingungen für alle anderen nach dem Contest? Saubere Kuschelwellen, bei denen jeder Anfänger, der erst beim Surfkurs hier unten vor Ort Blut geleckt hat, die erste kleine Grüne einsacken kann und das auch noch in Boardshorts, denn ja: es war heiß. Die Sonne hat uns hier geküsst. Braune, sonnenverwöhnte Haut für die meisten am Ende der Woche – wer die glühende Madame am Himmel nicht ernst nimmt, fährt mit Souvenir nach Hause. Sonnenbrand wie Knutschflecke.

Bonjour France!

Sind die adh-Open 2014 eine einwöchige Partywave, die in einer Champagnerwalze endet? Nein. Nein, auf keinen Fall. Die Menschen, die bei diesem Event zusammen kommen, sind so unterschiedlich wie die deutsche Surfszene bunt ist. Nord trifft auf Süd, Flusswellen- auf Kaltwassersurfer. Jungs, die vor Tatendurst und Abenteuerlust kaum laufen können, unabhängige, neugierige junge Frauen, Soulsurfer und Athleten, Ausgerissene und ein paar Hängengebliebene, echte Surfbums eben, die im Van auf der Düne schlafen und die Stranddusche zum Badezimmer erklärt haben.

Was alle verbindet ist, dass sie in Deutschland studieren. Landlocked. Was alle gemeinsam haben, ist die Liebe zum Meer. Die Sehnsucht danach im klaren reinen Licht des frühen Morgens, die Wasseroberfläche fast unbewegt, zähflüssig und schwarz wie Öl, hinter der Brandung zu sitzen und schweigend, fast andächtig zu warten. Auf die dunklen Berge, die sich aus der Tiefe des Atlantiks emporarbeiten und langsam heran rollen.

Gemeinsam haben sie auch, dass sie in Deutschland Masken tragen, ihre Rollen spielen. Sie studieren BWL, Jura, Medizin. Sie sitzen in Vorlesungen und halten Referate, sie schwitzen in Klausuren und zittern vor der Mündlichen. Hier in Frankreich aber sind sie nur sie selbst. Und unter sich. Endlich. Was zählt, ist jetzt nicht mehr die versaute Word-Formatierung bei dem wichtigen Essay neulich oder der nächste Aufsatz, sondern der letzte Surf. Und der nächste und übernächste.

1000 Wellen, 1000 Surfer. Statistisch betrachtet für jeden eine Welle. Gefühlt alle auf einer Wellenlänge. Stay Salty, my friends. See you next year.